07. Januar, 2026

Defense

Verzögerungen beim europäischen Luftkampfsystem FCAS

Die Entscheidung hinsichtlich des europäischen Luftkampfsystems FCAS, das als das bedeutendste paneuropäische Rüstungsprojekt der Gegenwart konzipiert wurde, ist erneut auf unbestimmte Zeit vertagt worden. Ein Sprecher der Bundesregierung bestätigte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass die ursprünglich für das Jahresende vorgesehene Entscheidung nicht getroffen werden konnte.

Im Hintergrund der neuerlichen Verzögerung steht eine umfangreiche bilaterale Agenda zwischen Deutschland und Frankreich, die sich mit komplexen außen- und sicherheitspolitischen Themen befasst. Diese notwendige Abstimmung auf höchster politischer Ebene zwischen dem französischen Präsidenten und dem deutschen Bundeskanzler hat bislang keine Ressourcen für eine Entscheidung über dieses gemeinschaftliche Großprojekt gelassen. Diese Informationen wurden auch über das Verteidigungsportal "Hartpunkt" öffentlich zugänglich gemacht.

Das FCAS-Projekt, bekannt unter dem Namen "Future Combat Air System," soll eine weitreichende technologisch fortschrittliche Plattform bieten, die insbesondere die Integration mit sowohl unbewaffneten als auch bewaffneten Drohnen umfassen wird. Es ist geplant, dass dieses System den Eurofighter ab dem Jahr 2040 ablöst. Trotz der ambitionierten Planungen ist derzeit unklar, wann mit einem Fortschritt zu rechnen ist. Die finanziellen Aufwendungen für dieses Projekt werden auf einen mittleren dreistelligen Milliardenbetrag geschätzt, und die Einbindung Spaniens verleiht dem Vorhaben eine zusätzliche Komplexität.

Ein weiteres signifikantes Hindernis in diesem umfassenden Prozess sind die bestehenden Differenzen über die Verteilung der Industrieanteile unter den beteiligten Konzernen. Insbesondere die Verhandlungen zwischen den Unternehmen Dassault, Airbus und Indra hatten bereits im Sommer für Verzögerungen gesorgt. Trotz der verschobenen Frist auf das Jahresende wurde auch dieses Ziel nicht erreicht. Welche konkreten Schritte nun als Nächstes unternommen werden, bleibt bis auf Weiteres ungewiss.