Im Anschluss an die internationalen Verhandlungen in Genf, die auf eine Beilegung des russischen Angriffskriegs in der Ukraine abzielten, ereignete sich eine unerwartete, informelle Begegnung zwischen den Delegationen der Konfliktparteien. Wladimir Medinski, der Leiter der russischen Delegation, bestätigte, dass er sich vor seiner Abreise erneut mit der ukrainischen Delegation traf. Diese Zusammenkunft, die fernab der öffentlichen Augen stattfand, wirft viele Fragen auf, da keinerlei Informationen über die Diskussionsinhalte preisgegeben wurden.
Der renommierte russische Politologe Sergej Markow beschrieb das vertrauliche Treffen als „ungewöhnlich“ und hob hervor, dass es eineinhalb Stunden andauerte. Diese Gesprächsdauer entspricht beinahe der des offiziellen Verhandlungsteils, der unter der Vermittlung der Vereinigten Staaten zustande kam. Neben Medinski nahm auch der ukrainische Verhandlungsführer, Rustem Umjerow, an dieser inoffiziellen Zusammenkunft teil. Trotz des beträchtlichen Zeitrahmens, den dieses Treffen in Anspruch nahm, bleibt weiterhin unklar, welche konkreten Themen die beiden Delegationen besprochen haben.
Die überraschende Natur und die Geheimhaltung dieser Beratung wecken Spekulationen über den möglichen Fortschritt oder die strategische Neuausrichtung der Verhandlungsbemühungen. Beobachter und Experten können derzeit nur mutmaßen, ob es sich um erste Schritte zur Deeskalation handelt oder ob neue Konfliktlinien gezogen werden könnten. Der Mangel an Transparenz könnte sowohl Besorgnis als auch Hoffnung schüren, je nachdem, wie die beteiligten Akteure die künftige Entwicklung des Konflikts deuten und gestalten werden.