Die steigenden Kosten durch Versicherungsschäden haben dem Finanzunternehmen Wüstenrot & Württembergische im zu Ende gegangenen ersten Quartal zu schaffen gemacht. Mit ungefähr 51 Millionen Euro blieb das Ergebnis deutlich hinter dem des Vorjahreszeitraums zurück, wobei der Nettoüberschuss um circa 20 Prozent sank. Besonders auffällig war der Gewinneinbruch in der Sachversicherung, der sich um mehr als 50 Prozent verringerte.
Für das Gesamtjahr hat der Vorstandsvorsitzende Jürgen Junker eine gedämpfte Gewinnerwartung geäußert, obwohl die Prognose über dem schwachen Vorjahresergebnis liegt. Trotzdem wird ein Gewinn erwartet, der unterhalb der angestrebten Spanne von 220 bis 250 Millionen Euro liegt. Im Vorjahr hatte das Unternehmen durch schwere Unwetter und erhöhte Kfz-Schäden einen beträchtlichen Gewinnrückgang von über 40 Prozent auf 140,5 Millionen Euro hinnehmen müssen.
Einen Lichtblick bot die Schaden- und Unfallsparte, die durch den Gewinn neuer Verträge einen Umsatzanstieg um fast 11 Prozent auf 679 Millionen Euro verzeichnen konnte. Die kombinierte Schaden-Kosten-Quote blieb mit 95,7 Prozent unterhalb der kritischen Grenze von 100 Prozent. Allerdings musste die Rückstellung für künftige Schäden, die unter anderem aufgrund der Inflation zu erwarten sind, erhöht werden, was zu einem Rückgang des Segmentgewinns um 56 Prozent auf 10,5 Millionen Euro führte.
In der Personenversicherung konnte hingegen ein Anstieg von fast 20 Prozent auf 14,7 Millionen Euro erzielt werden, trotz des leichten Rückgangs im Neugeschäft von Lebensversicherungen. Das Segment Wohnen spürte indessen den Abkühlungseffekt des Immobilienmarktes, mit einem starken Rückgang des Neugeschäfts um circa 40 Prozent.
Junker bezeichnete das Quartalsergebnis trotz Einbußen als "mehr als ordentlich" und betonte die entsprechende Zielerreichung für das Jahresende. Positiv vermerkte er das teilweise erfreuliche Wachstum im Neugeschäft sowie den Rückgang des Verwaltungsaufwandes. Am Aktienmarkt zeigte sich keine eindeutige Reaktion auf die Bekanntgabe des Quartalsergebnisses, wobei die Aktie von Wüstenrot & Württembergische leichte Stärke im SDax zeigte.