Die ukrainischen Sicherheitskräfte haben einen russischen Versuch, den ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky zu ermorden, zunichte gemacht. Zwei Oberste des ukrainischen Militärs wurden wegen des Verdachts des Hochverrats in Zusammenhang mit dem Attentatsplan festgenommen. Die Sicherheitsbehörde des Landes, der SBU, teilte mit, dass ein von Russlands Föderalem Sicherheitsdienst, dem FSB, gesteuertes Agentennetzwerk dahinterstecke.
Das Netzwerk, welches zwei Oberstleutnants des staatlichen Sicherheitsdienstes, der für den Schutz hochrangiger Beamter verantwortlich ist, einschloss, sollte demnach Zelenskys Sicherheitsumfeld infiltrieren und ihn entführen sowie später töten. Neben dem Präsidenten waren weitere hochrangige Persönlichkeiten Ziel des Komplotts. Darunter Vasyl Malyuk, der Leiter des SBU, und General Kyrylo Budanov, der Chef des militärischen Nachrichtendienstes der Ukraine.
Im laufenden Krieg hat die Ukraine bereits mehrere Attentatsversuche auf ihre politische Führung verkündet. Der Präsident selbst erwähnte früher in diesem Jahr gegenüber einem italienischen Fernsehsender über zehn vereitelte Versuche auf sein Leben. Im aktuellen Fall legte der SBU im Gegensatz zu vorherigen Vorfällen mehr Details über die geplante Tötung offen.
Die beiden Oberstleutnants wurden den Angaben zufolge bereits vor dem umfassenden Einmarsch Russlands in die Ukraine im Februar 2022 rekrutiert. Drei Mitglieder des FSB, Maxim Mishustin, Dmytro Perlin und Oleksiy Kornev, hätten die Operation von Moskau aus geleitet. Ziel sei unter anderem gewesen, General Budanov um das orthodoxe Osterfest herum mit Raketen- und Drohnenangriffen zu ermorden. Dafür sollten die Oberstleutnants Waffen, darunter Angriffsdrohnen und Raketenwerfer-Munition, an weitere Agenten zur Durchführung des Angriffs weitergeben.
Die Vergiftung von General Budanovs Ehefrau Ende letzten Jahres, die zu Spekulationen über erhöhte russische Bemühungen führte, das ukrainische Führungspersonal ins Visier zu nehmen, wird ebenfalls mit der russischen Spionage in Verbindung gebracht. Erst letzte Monat berichtete der SBU über die Festnahme eines Polen mit Unterstützung polnischer Sicherheitsdienste, der sich angeboten hatte, für Russland zu spionieren, um ein Attentat auf Zelensky zu unterstützen.