11. Januar, 2026

Wirtschaft

Verkehrsstörungen in Hamburg: Ausnahmezustand für Pendler

Am Hauptbahnhof Hamburg herrscht ein beispielloser Ausnahmezustand, ausgelöst durch den heftigen Wintersturm "Elli". Zahlreiche Reisende sind gezwungen, ihre Reisepläne auf unbestimmte Zeit zu verschieben, da der Bahnverkehr erheblich gestört ist. Die Abfahrtstafeln zeigen ein überwältigendes Bild von Zugausfällen, während nur wenige Fahrten planmäßig stattfinden. Die Passagiere sehen sich mit enormen Unannehmlichkeiten konfrontiert, da insbesondere der Fernverkehr stark eingeschränkt ist.

Viele Reisende, die bereits ihren Platz im Zug eingenommen hatten, mussten schließlich aussteigen, da die ICE-Züge überfüllt waren. André De Bray, der ursprünglich nach Göttingen reisen wollte, berichtete von einem regelrechten Gedränge. Angesichts der chaotischen Zustände entschloss er sich, auf ein Taxi umzusteigen. "Es war keine andere Möglichkeit mehr da", erläuterte De Bray, nachdem die Spannungen im Zug über die Frage, wer aussteigen sollte, zu eskalieren drohten.

Für die Taxifahrer in Hamburg ist der Sturm eine unerwartete Einnahmequelle. Mojtaba Walizade beschreibt den starken Zustrom von Fahrgästen, der durch die Bahnprobleme entstand. "Wir helfen, die Menschen in der Not zu transportieren", sagt Walizade und unterstreicht das hohe Verkehrsaufkommen, das an diesem Tag herrscht.

Unterdessen sind viele Passagiere von der schier endlosen Wartezeit zunehmend entnervt. Momo Cavli, der eigentlich nach Berlin reisen wollte, sitzt seit zwei Tagen in Hamburg fest, ohne Aussicht auf eine baldige Weiterreise. Ein weiterer Reisender, Cano, hat seine Pläne nach Leipzig aufgeben müssen, nachdem er dem unaufhörlichen Warten nicht mehr standhalten konnte. Daniela Göbel, die mit ihren Kindern unterwegs ist, hofft vergeblich auf rasche Hilfe und eine Sitzplatzreservierung nach Frankfurt im Reisezentrums.

Einige wie Norma Nagorsnik, die ihren Weg nach Prag antreten wollte, sind von der Situation überwältigt: "Die Züge sind entweder ausgefallen oder übervoll." Auch Sieglinde und Werner Strobel teilen diese Enttäuschung, nachdem sie zwei Tage lang im überfüllten Bahnhof verbracht haben und ihre Hoffnung auf Besserung schwindet.

Die Deutsche Bahn hat offiziell bekannt gegeben, dass die andauernden Verkehrsbeeinträchtigungen bis mindestens Sonntag anhalten könnten. Besonders betroffen sind bedeutende Strecken wie Berlin-Hannover-Ruhrgebiet sowie Hamburg-Hannover-Frankfurt. Dennoch stehen Alternativrouten über Bremen und Köln zur Verfügung. Der Regionalverkehr ist stellenweise wieder in Betrieb, bleibt jedoch anfällig für weitere Störungen. Für alle Reisenden wird Geduld zur unverzichtbaren Tugend in dieser prekären Situation.