05. Januar, 2026

Politik

Verdi verstärkt den Druck: Forderung nach realistischem Angebot in Tarifverhandlungen

Die Verhandlungen über den Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst der Länder gewinnen zunehmend an Dynamik. Frank Werneke, der Vorsitzende der Gewerkschaft Verdi, formulierte in einem aktuellen Interview mit der "Bild" deutliche Erwartungen gegenüber den Finanzministern der Länder. "In der zweiten Verhandlungsrunde im Januar muss ein Angebot präsentiert werden, das die realen Gegebenheiten berücksichtigt", betonte Werneke eindringlich. Er stellte klar, dass ohne ein solches Angebot die Aussicht auf einen erfolgreichen Abschluss der Tarifverhandlungen im Februar äußerst gering sei.

Das Ergebnis dieser Verhandlungsrunde wird maßgeblich darüber entscheiden, ob Verdi zu weiteren Protestaktionen und Streiks aufrufen wird. Die nächste und entscheidende Runde der Verhandlungen wird am 15. und 16. Januar stattfinden und soll einen Durchbruch in der bislang festgefahrenen Situation ermöglichen. In der ersten Verhandlungsrunde konnten die Verhandlungsführer von Verdi, dem Deutschen Beamtenbund (dbb) sowie der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) keine Einigung erzielen, was die Erwartungshaltung an die kommende Runde erhöht.

Die TdL hat die Forderungen von Verdi nach einer Gehaltserhöhung von sieben Prozent oder mindestens 300 Euro pro Monat jedoch als finanziell nicht tragbar abgewiesen. Bei diesen Verhandlungen stehen die Interessen von rund 900.000 Tarifbeschäftigten auf dem Spiel. Ein Abschluss der Verhandlungen würde zudem voraussichtlich auf etwa 1,3 Millionen Beamtinnen und Beamte übertragen werden, mit der Ausnahme des Landes Hessen, das separate Verhandlungen führt.

Werneke unterstrich die Notwendigkeit, den Beschäftigten mehr als nur einen Inflationsausgleich zu bieten. Die Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes erwarten eine tatsächliche Erhöhung ihrer Kaufkraft. Dies sei unerlässlich, um dem Mangel an wettbewerbsfähigen Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst entgegenzuwirken, der derzeit zu erheblichen Personalengpässen in vielen Bereichen führt. Die Verhandlungen haben daher nicht nur finanzielle Implikationen, sondern sind auch relevant für die Zukunft und Attraktivität des öffentlichen Dienstes als Arbeitgeber. Die kommende Verhandlungsrunde wird somit nicht nur für die direkt Betroffenen, sondern auch für das gesamte öffentliche Dienstgefüge von großer Bedeutung sein.