02. Februar, 2026

Wirtschaft

Verdi-Streik führt zu Beeinträchtigungen im Nahverkehr: Pendler auf der Suche nach Alternativen

Der gegenwärtige Warnstreik der Gewerkschaft Verdi führt zu weitreichenden Behinderungen im öffentlichen Nahverkehr in nahezu allen Bundesländern Deutschlands. Unzählige Bus- und U-Bahn-Depots der kommunalen Verkehrsunternehmen sind für den gesamten Tag geschlossen. Ausgenommen von dieser Maßnahme ist das Bundesland Niedersachsen, in dem für rund 5.000 Beschäftigte nach wie vor die Friedenspflicht gilt.

Dieses Arbeitskampfmaßnahme stellt Millionen von Berufstätigen und Schülern vor erhebliche logistische Herausforderungen, da sie trotz der Einschränkungen rechtzeitig ihre Arbeits- und Bildungsstätten erreichen müssen. Die Situation verschärft sich durch die prognostizierten winterlichen Wetterbedingungen, die ein Risiko von Glätte mit sich bringen. Dennoch gibt es einen Lichtblick: Die Deutsche Bahn gewährleistet einen uneingeschränkten Betrieb ihrer Regional- und S-Bahn-Verbindungen, da deren Mitarbeiter nicht von Verdi vertreten werden.

Im Kern der derzeitigen Tarifverhandlungen zwischen Verdi und den Arbeitgebern stehen wesentliche Forderungen nach verbesserten Arbeitsbedingungen. Insbesondere wird auf eine Verkürzung der Arbeits- und Schichtzeiten, sowie auf höhere Zulagen für Nacht- und Wochenendarbeit gepocht. Darüber hinaus sind in einigen Bundesländern wie Bayern und Hamburg auch Gespräche über eine Erhöhung der Löhne Teil der Verhandlungen.

Ein zusätzlicher Aspekt, der die Situation für die Arbeitnehmer erschwert, ist das „Wegerisiko“. Trotz Streiks oder widriger Wetterverhältnisse sind Beschäftigte verpflichtet, eigenverantwortlich alternative Beförderungsmittel zu organisieren, um rechtzeitig am Arbeitsplatz einzutreffen. Diese Regelung betrifft auch die Schulpflicht, die von Schülern den pünktlichen Unterrichtsbesuch verlangt, ungeachtet der möglichen Ausfälle von Schulbussen.

Insgesamt reflektiert der gegenwärtige Warnstreik die Spannungen und Herausforderungen, die bei der Sicherstellung besserer Arbeitsbedingungen im öffentlichen Dienst bestehen. Während die Gewerkschaften auf konkrete Verbesserungen pochen, stehen Pendler vor der Aufgabe, kurzfristige Lösungen für ihre alltäglichen Mobilitätsbedürfnisse zu finden.