01. Mai, 2026

Wirtschaft

USA vor Importhürden: Retrospektive und Ausblick auf Trumps Tariffpolitik

USA vor Importhürden: Retrospektive und Ausblick auf Trumps Tariffpolitik

Danny Reynolds, Inhaber der Boutique Stephenson's of Elkhart, hat bei seinen Lieferungen von Brautkleidern aus China aufs Tempo gedrückt, nachdem Donald Trump auf dem Wahlkampfpfad neue Importzölle ankündigte. Bei seinen Überprüfungen der Herkunftsetiketten stach China besonders heraus. Trump drohte mit Zöllen von mindestens 10% auf Waren aus China und 25% auf Produkte aus Mexiko und Kanada. Dies veranlasste Importeure wie Reynolds dazu, frühzeitig Bestellungen zu tätigen, um die gestiegenen Kosten nicht an Verbraucher weitergeben zu müssen.

Ein Softwareanbieter für Containerverfolgung, Vizion, berichtet, dass Unternehmen wie Walmart ihre Containerbestellungen seit Mitte September konsequent erhöht haben. Auch Columbia Sportswear verzeichnete seit der US-Präsidentschaftswahl im November durchweg höhere Buchungen im Jahresvergleich.

In der US-Konsumgüterindustrie erhöhten Hersteller ihre Sicherheitsbestände, um unmittelbare Tariferhöhungen abzufedern, bestätigte John Piatek von GEP. Laut Descartes Systems Group stiegen die US-Einfuhren von containerisierten Gütern im November um 12,8% im Jahresvergleich. Insbesondere aus China, das sowohl unter Präsident Biden als auch möglicherweise noch stärker unter Trump von neuen Zöllen betroffen ist, nahmen Importe im letzten Monat um 13,3% zu.

Analysten von BMO Capital Markets prognostizieren, dass dieses erhöhte Importniveau bis ins erste Quartal 2025 anhalten könnte. Der Direktor des Hafens von Los Angeles, Gene Seroka, äußerte sich besorgt über Einschnitte in den kommenden Monaten, sollten die Trump-Zölle des Jahres 2018 als Indikator dienen. Während Importeure auf die schnelle Einführung neuer Zölle unter Trump vorbereitet sind, hoffen einige, dass dies lediglich ein taktisches Mittel des designierten Präsidenten ist.