Im Vorzeichen einer sich stetig wandelnden Wirtschaftslandschaft lassen die aktuellen Zahlen aus den Vereinigten Staaten die Analysten mit gemischten Gefühlen zurück. Der Industrieauftragseingang verzeichnet im März einen Anstieg um 1,6 Prozent gegenüber dem Vormonat, ein Resultat, das exakt die Prognosen der Experten trifft. Diese moderate Steigerung reiht sich ein in das bereits verzeichnete Wachstum des Februars, welches mit 1,2 Prozent jedoch geringfügiger ausfiel. Dem gegenüber steht die Produktivität des Landes, die lediglich eine marginale Zunahme von 0,3 Prozent auf das Jahr hochgerechnet erfährt und somit hinter dem erwarteten Plus von 0,5 Prozent zurückbleibt. Betrachtet man den stärkeren Zuwachs des letzten Quartals 2023 von revidiert 3,5 Prozent, offenbart sich eine deutliche Abkühlung in diesem Bereich. In puncto Außenhandel bleiben die Veränderungen minimal. Mit einem leichten Rückgang des Defizits um 0,1 Milliarden auf 69,4 Milliarden US-Dollar verharrt die Handelsbilanz fast auf Vormonatsniveau und verfehlt die von Analysten vorhergesagten 69,7 Milliarden US-Dollar nur knapp. Eine Konstante hält sich in der Arbeitsmarktlage: Die Anträge auf Arbeitslosenhilfe stagnieren auf einem Tiefstand von 208.000, während Volkswirte mit einem Anstieg auf 211.000 Anträge rechneten. Dieses Szenario deutet auf eine fortwährende Stabilität in diesem Sektor hin. Blickt man auf die Geldpolitik der Federal Reserve, so werden Hoffnungen auf eine baldige Zinssenkung gedämpft. Fed-Chef Jerome Powell betont, dass man wohl länger als angenommen auf Zeichen für einen deutlichen Rückgang der hohen Inflation warten müsse. Mit einem Leitzins, der auf hohem Niveau von 5,25 bis 5,5 Prozent verharrt, setzt die Notenbank ein klares Signal. Ein Blick über den großen Teich zeigt, dass sich die Stimmung in den Industrieunternehmen des Euroraums weiter eintrübt, mit einem Einkaufsmanagerindex von S&P Global, der einen Rückgang auf 45,7 Punkte verzeichnet. Und auch in der Bundesrepublik sind keine großen Wachstumssprünge zu erwarten, wie die neueste OECD-Prognose darlegt. Das dortige Bruttoinlandsprodukt soll 2024 nur um schätzungsweise 0,2 Prozent zulegen. In der Schweiz zeichnet sich unterdessen ein anderes Bild: Ein Anstieg der Inflationsrate im April auf 1,4 Prozent und eine deutliche Aufwertung des Schweizer Frankens sind Zeichen zunehmender Preisdynamik. Auf der internationalen Bühne scheint Frankreich bestrebt, bei anstehenden Staatsbesuchen den Einfluss Chinas auf globale Sicherheitsfragen zu stärken. Präsident Macron äußert sich in einem Interview mit dem "Economist" dazu und hebt den Stellenwert der Zusammenarbeit mit China für die Stabilität der internationalen Ordnung hervor.
Wirtschaft
US-Wirtschaftsdaten signalisieren gemischte Konjunkturindikatoren