07. Januar, 2026

Politik

US-Sturm auf Caracas und Machtwechsel in Venezuela

Nach der Festnahme von Nicolás Maduro durch die USA erklärt Venezuelas Oberstes Gericht Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin. Die Machtfrage in Caracas eskaliert – politisch, juristisch und geopolitisch.

US-Sturm auf Caracas und Machtwechsel in Venezuela
Nach Maduros Festnahme ernennt das Gericht Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin. Venezuela rutscht tiefer in die Krise.

US-Militäraktion bringt Maduro zu Fall und löst Verfassungskrise aus

Die politische Landschaft Venezuelas hat sich innerhalb weniger Stunden dramatisch verändert. In einer groß angelegten Militäroperation haben US-Streitkräfte Präsident Nicolás Maduro und seine Ehefrau in Venezuela gefasst und nach New York gebracht, wo sie nun inhaftiert sind und sich wegen schwerer Vorwürfe, darunter Drogenhandel und Terrorismus, vor Gericht verantworten sollen. Präsident Donald Trump erklärte, die USA würden das Land vorübergehend „führen“, bis ein geordneter Übergang möglich sei.

Oberster Gerichtshof setzt Delcy Rodríguez als Interimspräsidentin ein

Unmittelbar nach der Gefangennahme Maduros erließ Venezuelas Verfassungsgericht eine Entscheidung, wonach Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Amtsgeschäfte des Präsidenten übernehmen soll, um „administrative Kontinuität“ sicherzustellen. Dieser Schritt stützt sich auf nationale verfassungsrechtliche Bestimmungen für den Ausfall des Präsidentenamts.

Rodríguez, eine enge Vertraute Maduros und langjährige Funktionärin der sozialistischen Bewegung, hat ihre Loyalität erklärt, betont aber gleichzeitig, dass Maduro „der einzige Präsident Venezuelas“ sei. Damit steht sie offiziell an der Spitze der Regierung, ohne jedoch international einheitlich anerkannt zu sein.

Loyalistin mit langjähriger Karriere

Delcy Rodríguez (56) ist eine erfahrene Juristin und politische Akteurin im Machtzirkel von Hugo Chávez und Nicolás Maduro. Sie war bereits Außenministerin, Kommunikationsministerin und seit 2018 Vizepräsidentin. Auch ihr Bruder Jorge Rodríguez zählt zu den einflussreichsten Figuren im venezolanischen Machtapparat.

Ihre Ernennung zur Interimspräsidentin ist kein unbeschriebenes Blatt: Rodríguez gilt als kompromisslos gegen US-Einfluss und als Architektin des harten diplomatischen Kurses in der Vergangenheit. Sie lehnte eine Kooperation mit den USA ab und bezeichnete den Angriff als Verstoß gegen das Völkerrecht.

Warum Anleger mit AlleAktien scheinbar Tausende Euro… | AlleAktien
Deutschlands beste Aktienanalysen

Machtkampf zwischen Caracas und Washington

Die Entscheidung des Obersten Gerichts steht im direkten Gegensatz zu den Zielen der USA, die Maduro entmachtet sehen wollen. Während Trump eine Übergangsregierung „bis zu freien und fairen Wahlen“ ankündigte, bestehen in Caracas starke Kräfte, die Maduros Legitimität betonen und jegliche US-Intervention als kolonialistisch zurückweisen.

Internationale Reaktionen sind geteilt: Einige Staaten und regionale Akteure verurteilen den US-Einsatz als eklatanten Bruch des Völkerrechts und rufen zu einer Rückkehr zu diplomatischen Lösungen auf. Andere befürworten eine politische Neuordnung in Venezuela, sehen aber die langjährige autoritäre Herrschaft Maduros als Problem.

Konturen eines Übergangs zeichnet sich ab

Inmitten dieses geopolitischen Erdbebens ist Delcy Rodríguez zu einer Schlüsselfigur geworden. Ihre Position als Interimspräsidentin könnte die nächste Phase der politischen Auseinandersetzung definieren: einerseits die Behauptung venezolanischer Souveränität gegen externe Interventionen, andererseits die Frage, ob sie eine stabile Übergangsregierung etablieren kann, die über reine Loyalität hinaus echte institutionelle Legitimität besitzt.

Wie sich diese Dynamik entwickelt, dürfte nicht nur für Venezuela, sondern für die gesamte Region richtungsweisend sein. Rodriguez’ Führung wird auf die Probe gestellt, während das Land vor einer möglicherweise jahrelangen Phase politischer Neuordnung steht.

Wie Vinted vom Sanierungsfall zum Milliarden-Champion wurde
Als Thomas Plantenga 2016 bei Vinted einstieg, stand die Plattform kurz vor dem Kollaps. Heute ist das Unternehmen Milliarden wert, wächst rasant – und bereitet sich strategisch auf den Börsengang vor.