Nach monatelangem politischen Gezerre im US-Repräsentantenhaus steht ein lebenswichtiges Militärhilfepaket für die Ukraine kurz vor der Auslieferung. Mit diesem neu aufgelegten Unterstützungspaket bekräftigt die USA ihre Solidarität mit Kyiv im Kampf gegen die russische Invasion. Das Paket wird dabei nicht sämtliche Forderungen des ukrainischen Präsidenten Volodymyr Zelensky erfüllen, dessen Streitkräfte nach zwei Jahren Kriegsbemühungen zunehmend unter Druck geraten.
Zelensky betont immer wieder den dringenden Bedarf an Artilleriemunition und weitreichenden Raketen, um russische Truppen zu bekämpfen und Luftabwehrsysteme zum Schutz von Städten und wichtiger Infrastruktur. Zur Maximierung des Schadens an russischen Militärlogistiken fordert er insbesondere mehr Langstrecken-Army Tactical Missile Systems (ATACMS), wobei die USA letztes Jahr bereits einige dieser mit einer Reichweite von ca. 160 Kilometern geliefert hatten.
Die Bereitstellung von Artilleriemunition, einschließlich der 155-mm-Kalibergeschosse, die in von NATO-Staaten gespendete Werfer passen, stellt jedoch eine Herausforderung dar, da ukrainische Einheiten deutlich weniger Munition abfeuern als die russischen Streitkräfte. Luftabwehrsysteme, namentlich das amerikanische Patriot-System, und zudem F-16-Kampfflugzeuge zur Verstärkung der Luftverteidigung stehen ebenfalls hoch im Kurs der geforderten Ausrüstung.
Das Pentagon bereitet derweil ein 1 Milliarde Dollar schweres Paket vor, sobald Präsident Biden das Finanzierungsgesetz unterzeichnet. Enthalten sein werden unter anderem Stinger-Flugabwehrraketen, Anti-Panzer-Gelenkraketen und Gefechtsfahrzeuge. Zudem ist Munition für High Mobility Artillery Rocket Systems (HIMARS) vorgesehen, die auch ATACMS-Raketen abfeuern können, wobei unbestätigt bleibt, ob diese tatsächlich Teil des Pakets sind.
Ob die USA ein weiteres Patriot-Luftabwehrsystem liefern, ist derzeit unklar, obwohl Verbündete wie Deutschland dies fordern. Jens Stoltenberg, NATO-Generalsekretär, äußerte sich dazu, dass das Hilfspaket „fortgeschrittene Luftverteidigungssysteme“ beinhaltet, ging aber nicht ins Detail.
Zusätzlich erwägt die NATO die Lieferung von F-16-Jets, wobei heimische Piloten bereits im Umgang mit diesen geschult werden. Dennoch sieht der größte Teil des 61 Milliarden Dollar schweren Hilfspakets vor, dass bis zu 48 Milliarden Dollar an amerikanische Waffenhersteller gehen, um Lagerbestände aufzufüllen oder neue Waffen für die Ukraine zu produzieren.
Die finanzielle Spritze des Pentagons könnte schon im Verlauf der nächsten Woche den Verteidigungslinien der Ukraine zugutekommen. Dennoch bleiben ukrainische Offizielle skeptisch, ob die Lieferungen ausreichen und rechtzeitig eintreffen, um die Oberhand zu bewahren.
Waffen für die Ukraine werden oft aus Pentagon-Beständen in Europa entnommen, koordiniert von einem Team in Deutschland. Jedoch sind die Knappheit verfügbarer Waffen und die Anforderungen des Kriegs nach wie vor besorgniserregende Faktoren, die auch die ukrainische Botschafterin in den USA, Oksana Markarova, in einem aktuellen Interview anzweifelt.