12. Januar, 2026

Wirtschaft

Ungewisse Zukunft für Saturn: JD.com und Ceconomy fokussieren sich auf MediaMarkt

Die renommierte Elektronikmarktkette Saturn steht möglicherweise vor signifikanten Veränderungen, da der chinesische Online-Riese JD.com Bestrebungen zeigt, Ceconomy, die Muttergesellschaft von Saturn, zu übernehmen. Während die Gespräche diesbezüglich andauern, wurden Pläne skizziert, das bestehende Filialnetz von Saturn weiter zu reduzieren. Ein Sprecher von Ceconomy bestätigte diese Strategien und fügte hinzu, dass eine Anzahl von Saturn-Filialen geschlossen werden könnte, um Platz für MediaMarkt-Standorte zu schaffen. Trotz dieser Umgestaltungsmaßnahmen bekräftigten beide Unternehmen ihre Absicht, die jeweiligen Markenidentitäten zu erhalten.

Die Anzahl der Saturn-Läden in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahren erheblich verringert, von einst etwa 150 auf derzeit nur noch 53 Filialen, während die Zahl der MediaMarkt-Standorte aufgrund von Ummarkierungen auf 351 gestiegen ist. Dies verdeutlicht den anhaltenden Trend zur Konsolidierung im Einzelhandel. Ceconomy betont, dass die Entscheidung, welche Marke an welchem Standort betrieben wird, von umfassenden Marktanalysen und lokalen Rahmenbedingungen abhängt. Obwohl diese strategischen Anpassungen notwendig erscheinen, betont eine Sprecherin von Ceconomy die kulturelle und marktpolitische Bedeutung beider Marken für den deutschen Elektronikmarkt und die langfristige Strategie, beide weiter zu stärken und auszubauen.

MediaMarktSaturn, mit über 1.000 Filialen in elf Ländern, gilt weiterhin als Europas größte Elektronikkette. In den internationalen Märkten operiert das Unternehmen inzwischen nur noch unter der Marke MediaMarkt. Ursprünglich waren Saturn und MediaMarkt separate Wettbewerber; die erste Saturn-Filiale wurde 1961 in Köln und der erste MediaMarkt im Jahr 1979 in München eröffnet. Im Jahr 1990 fusionierte MediaMarkt mit dem Saturn-Konzept, und einige Jahre später übernahm die Metro AG den Großteil der Anteile beider. Die Abspaltung von der Metro im Jahr 2017 resultierte in der Gründung von Ceconomy, mit dem Ziel, sich gezielter auf verschiedene Kundensegmente zu konzentrieren.

Die vorgeschlagene Übernahme von Ceconomy durch JD.com ist gegenwärtig noch nicht komplett abgeschlossen, da wesentliche Genehmigungen, insbesondere von der Europäischen Union und dem deutschen Bundeswirtschaftsministerium, noch ausstehen. JD.com weist mit einem bemerkenswerten Jahresumsatz von etwa 159 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 erhebliche wirtschaftliche Schlagkraft auf und plant, seine Marktpräsenz in Deutschland signifikant auszubauen. Im Rahmen dieser Expansion betreibt das Unternehmen bereits Pilotprojekte, einschließlich des Onlinehändlers Joybuy. Die konkreten Auswirkungen dieser strategischen Expansion auf den europäischen Elektronikfachhandelsmarkt bleiben spannend zu beobachten.