08. Mai, 2026

Wirtschaft

Uneinigkeit zwischen Boeing und US-Regierung eskaliert: Gericht fordert neue Gespräche

Uneinigkeit zwischen Boeing und US-Regierung eskaliert: Gericht fordert neue Gespräche

Ein US-Gericht hat die geplante Vereinbarung zwischen Boeing und der US-Regierung kritisiert, die den Luftfahrtgiganten von einem Gerichtsprozess wegen zweier katastrophaler Abstürze seiner 737 Max Maschinen entbinden sollte. Richter Reed O'Connor in Texas ordnete an, dass neue Diskussionen geführt werden müssen, nachdem die betroffene Vereinbarung abgelehnt wurde. Die Aktien von Boeing verzeichneten daraufhin einen leichten Rückgang von etwa einem Prozent. Bereits im Juli hatte Boeing eingeräumt, bei der Flugzeugzertifizierung die US-Regierung getäuscht zu haben. Diese Schuldzugeständnisse führten zu einer angedachten Übereinkunft, die eine erneute Millionenstrafe und die Einsetzung eines Justizaufsichtsbeamten bei Boeing vorsah. Doch die Hinterbliebenen der Opfer übten scharfe Kritik und forderten deutlich härtere Strafen und Maßnahmen gegen das Unternehmen. Die bisherigen Bemühungen um ein Compliance- und Ethik-Programm sowie die Zahlung einer ersten Strafe in Höhe von 243,6 Millionen Dollar konnten nicht verhindern, dass im Mai festgestellt wurde, Boeing habe gegen die Bedingungen der ursprünglichen Abmachung verstoßen. Ein weiterer Anlass für die Überprüfung der Vereinbarung war ein erschreckender Vorfall im Januar, bei dem ein Rumpfteil einer fast neuen Boeing-Maschine während des Aufstiegs abbrach. Besonders kritisierte der Richter die vorgesehene Bestellung eines Aufsehers durch die Regierung, wobei Bedenken geäußert wurden, dass Inklusions-Kriterien bei der Auswahl eine Rolle spielen sollten. Dies wurde von den Angehörigen der Absturzopfer als unzureichend für die Schwere der Problematik empfunden. Zum Hintergrund: Die Abstürze der 737 Max Maschinen in 2018 und 2019 mit insgesamt 346 Opfern wurden durch eine fehlerhafte Flugsteuerungssoftware ausgelöst, die die Maschinen unkontrolliert in Richtung Boden führte. Boeing war beschuldigt worden, in der Vergangenheit notwendige Schulungen für diese Software bewusst heruntergespielt zu haben.