09. Januar, 2026

Politik

UN-Bericht beschuldigt Israel der systematischen Benachteiligung

Ein jüngst veröffentlichter Bericht des Büros für Menschenrechte der Vereinten Nationen wirft Israel schwerwiegende Diskriminierung der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland vor. In dem Bericht wird erläutert, dass israelische Gesetze und Praktiken zunehmend restriktive Maßnahmen gegen Palästinenser durchsetzen, die praktisch jeden Aspekt ihres Lebens betreffen. Der UN-Menschenrechtsbeauftragte, Volker Türk, hebt hervor, dass dies nicht nur ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigt, sondern sich die Situation in jüngster Zeit weiter verschärft hat. Besondere Kritik wird an der Kontrolle über essenzielle Ressourcen wie Wasser und an den Einschränkungen bei der landwirtschaftlichen Betätigung, wie der Olivenernte, geübt.

Volker Türk beschreibt die gegenwärtige Situation als „eine besonders schwere Form der Rassendiskriminierung und Segregation“ und zieht Parallelen zu dem Apartheid-System, das einst in Südafrika herrschte. Diese Vergleiche werden durch den neuen Bericht der Vereinten Nationen gestützt, der detailliert die Lebensumstände der palästinensischen Bevölkerung im Westjordanland und in Ost-Jerusalem analysiert. Der Begriff Apartheid steht dabei für ein System institutionalisierter Rassentrennung, das in Südafrika bis 1994 international als Inbegriff von Rassendiskriminierung galt.

Die israelische Vertretung bei den Vereinten Nationen hat diese Vorwürfe entschieden zurückgewiesen. Sie bezeichnet den Bericht als voreingenommen und betont, dass die fundamental bedrohliche Sicherheitslage, in der sich Israel befindet, von dem Bericht ignoriert wird. Die historische Eskalation der Situation seit der Besetzung des Westjordanlandes und Ost-Jerusalems 1967 wird von Israel als notwendige Reaktion auf anhaltende Gefahren dargestellt. Besonders der Konflikt im Gaza-Streifen, seit Oktober 2023, hat die Spannungen nochmals verschärft. In dem international als illegal klassifizierten Gebiet leben mittlerweile rund 700.000 israelische Siedler.

Laut dem UN-Bericht stellt die systematische Diskriminierung seit Jahrzehnten ein gravierendes Problem in den besetzten Gebieten dar. Die Lage habe sich insbesondere seit Dezember 2022 dramatisch verschlechtert. Die Untersuchung verdeutlicht die strikte Trennung in der Behandlung von israelischen Siedlern und der palästinensischen Bevölkerung, sowohl auf rechtlicher als auch politischer Ebene im Westjordanland. Dieses System der Ungleichbehandlung wird international zunehmend kritisch betrachtet und führt zu anhaltenden Spannungen in der Region.