03. März, 2026

Märkte

Turbulenzen am Aktienmarkt: Reise-Riesen im freien Fall – Was Anleger jetzt wissen müssen

Lufthansa und TUI erleben einen schwarzen Montag und verlieren im frühen Handel massiv an Boden. Zwischen gestrichenen Flugplänen und explodierenden Spritkosten stellt sich die Frage: Ist das der Moment zum Ausstieg oder eine riskante Kaufgelegenheit?

Turbulenzen am Aktienmarkt: Reise-Riesen im freien Fall – Was Anleger jetzt wissen müssen
Schwarzer Montag für Lufthansa und TUI: Der Krieg im Nahen Osten lässt die Kurse einbrechen. Erfahren Sie alles zu Flugstreichungen, Ölpreisen und Stopp-Kursen.

Die geopolitische Lage im Mittleren Osten hat sich über das Wochenende dramatisch zugespitzt. Die militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel, den USA und dem Iran sowie Berichte über Drohnenangriffe auf Zypern (Luftwaffenstützpunkt Akrotiri) haben Schockwellen durch die Reisebranche gesendet.

Michael C. Jakob – Der rationale Investor
Technologie, geopolitische Rivalität und überschüssiges Kapital formen die nächste große Vermögensblase. Michael C. Jakob analysiert, wo sich Überbewertungen aufbauen – und warum sie rationaler wirken, als sie sind.

Für die Lufthansa und den Reisekonzern TUI ist die Situation besonders prekär. Im frühen Tradegate-Handel brachen die Kurse um über neun Prozent (TUI) bzw. über fünf Prozent (Lufthansa) ein. Damit rückt für die Kranich-Airline auch die gehoffte Rückkehr in den DAX in weite Ferne.

Das Belastungstrio: Flugverbote, Ölpreis und Zypern-Angst

Drei Faktoren wirken derzeit wie ein Bleigewicht auf die Kurse:

  1. Operativer Stillstand: Die Lufthansa hat Verbindungen zu zentralen Drehkreuzen wie Tel Aviv, Beirut, Teheran und Dubai bis mindestens Anfang März gestrichen. Auch strategisch wichtige Lufträume werden großflächig umflogen, was Flugzeiten und Kosten in die Höhe treibt.
  2. Kerosin-Schock: Parallel zur Eskalation schossen die Ölpreise nach oben. Da Treibstoff der größte variable Kostenblock einer Airline ist, frisst jeder Dollar Preissteigerung beim Rohöl direkt die mühsam erkämpften Margen auf.
  3. Unsicherheit auf Zypern: Der mutmaßliche Angriff auf den britischen Stützpunkt Akrotiri bringt den Konflikt gefährlich nah an europäische Feriengebiete, was TUI-Kunden zusätzlich verunsichert.

[Grafik: Kursentwicklung Lufthansa vs. TUI im 5-Tage-Vergleich (Intraday-Absturz deutlich sichtbar)]

Lufthansa zieht die Reißleine: Stornierungswelle bis 8. März

Die Lufthansa-Gruppe (inklusive Swiss und Austrian) reagiert konsequent. Flüge nach Amman, Erbil, Dammam und Teheran sind vorerst bis zum 8. März ausgesetzt. Dubai-Verbindungen pausieren vorerst bis zum 4. März. Für Passagiere bedeutet das Chaos, für den Konzern enorme Rückzahlungsverpflichtungen, da Kunden ihre Tickets kostenfrei stornieren oder umbuchen können.

Experten-Einschätzung: Wo finden Anleger noch Halt?

Analysten wie Harry Gowers von JPMorgan sehen die Branche kurzfristig im "Krisenmodus". Während die Lufthansa voll im Sturm steht, gilt der Billigflieger Ryanair aufgrund seiner anderen Streckennetz-Struktur als vergleichsweise defensiv.

AktieAktueller StatusEmpfohlener Stopp-KursEinschätzung
LufthansaUnter Verkaufsdruck6,80 €Abwarten / Abstauberlimits
TUIMassiver Kursrutsch-Hohe Volatilität
RyanairRelativ stabil22,00 €Halten

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Strategie für Investoren: Ruhe bewahren oder Reißleine ziehen?

Für bereits investierte Anleger ist Disziplin jetzt oberstes Gebot. Wer bei der Lufthansa positioniert ist, sollte die Reißleine ziehen, falls die Unterstützung bei 6,80 Euro nachhaltig unterschritten wird.

Neueinsteiger sollten sich nicht vom vermeintlich günstigen Kurs locken lassen. In einer solch dynamischen Kriegslage ist das "Greifen in das fallende Messer" brandgefährlich. Erst wenn eine diplomatische Entspannung oder eine Stabilisierung der Ölpreise eintritt, hellt sich das Bild für Lufthansa und TUI wieder auf. Wer dennoch mutig ist, legt sich mit "Abstauberlimits" deutlich unter dem aktuellen Niveau auf die Lauer, um von einer späteren Erholung zu profitieren.

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