Donald Trump macht ernst mit der totalen Demontage der etablierten globalen Ordnung. Am Mittwoch unterzeichnete der US-Präsident eine Exekutivanordnung, die Schockwellen durch das diplomatische Parkett jagt und die multilaterale Zusammenarbeit in ihren Grundfesten erschüttert.
Die USA ziehen sich mit sofortiger Wirkung aus insgesamt 66 internationalen Organisationen, Behörden und Kommissionen zurück. Betroffen sind vor allem Einrichtungen aus dem Umfeld der Vereinten Nationen, darunter der Bevölkerungsfonds sowie diverse Gremien, die sich mit Arbeitsrechten und Klimaschutz befassen.
Es handelt sich hierbei nicht um eine bloße Drohung oder Verhandlungstaktik. Ein Regierungsmitglied bestätigte den Schritt, der auf einer umfassenden Überprüfung sämtlicher internationaler Beteiligungen basiert. Die Botschaft aus Washington ist unmissverständlich: Amerika zahlt nicht mehr für Institutionen, die es nicht kontrolliert.

Die Regierung identifiziert die betroffenen Gremien als überflüssige Geldverbrennungsmaschinen
Die Begründung für den massenhaften Austritt ist an Deutlichkeit kaum zu überbieten. Laut der Anordnung hat die Trump-Administration festgestellt, dass die betroffenen Institutionen schlichtweg „überflüssig“ und „schlecht verwaltet“ seien. Das Weiße Haus sieht keinerlei strategischen Mehrwert mehr in der Kooperation.
Hinter den bürokratischen Vorwürfen der Misswirtschaft verbirgt sich ein harter ideologischer Kurswechsel. Die Regierung wirft den Organisationen vor, von Akteuren vereinnahmt zu sein, deren Interessen denen der USA diametral entgegenstehen.
Besonders im Fokus steht der Vorwurf der ideologischen Unterwanderung. Viele der UN-nahen Behörden und Beratungsgremien würden nach Auffassung der US-Regierung primär Diversität und sogenannte „woke“ Initiativen fördern, anstatt ihre eigentlichen Mandate zu erfüllen.
Das US-Außenministerium verschärfte den Ton in einer offiziellen Erklärung weiter. Die Aktivitäten dieser Gruppen stellten mittlerweile eine „Bedrohung für die Souveränität, die Freiheiten und den allgemeinen Wohlstand unserer Nation“ dar.

Außenminister Marco Rubio forciert den radikalen finanziellen Schnitt ohne Übergangsfristen
Marco Rubio, der als Außenminister die Exekution dieser Doktrin überwacht, wählte auf der Plattform X drastische Worte. Er bezeichnete die verlassenen Einrichtungen als „antiamerikanisch, nutzlos oder verschwenderisch“. Für die US-Diplomatie bedeutet dies das Ende der Scheckbuch-Politik.
Der Rückzug soll laut der unterzeichneten Anordnung „so bald wie möglich“ erfolgen. In der Praxis bedeutet dies den sofortigen Stopp von Überweisungen und das Einfrieren jeglicher diplomatischer Mitarbeit. Verträge werden nicht neu verhandelt, sondern gekündigt.
Die finanziellen Auswirkungen dürften für die betroffenen 66 Organisationen verheerend sein. Die USA waren in vielen dieser Gremien der größte Einzelzahler. Ein Wegfall dieser Mittel wird zwangsläufig zur Einstellung von Programmen oder zur Auflösung ganzer Abteilungen führen.
Rubio ließ zudem durchblicken, dass dies erst der Anfang sein könnte. Die Überprüfung weiterer internationaler Organisationen dauert an. Washington behält sich vor, die Liste der Streichungen jederzeit zu erweitern.
Der Isolationismus wird zur dauerhaften Doktrin der amerikanischen Außenpolitik
Dieser massive Kahlschlag reiht sich nahtlos in die „America First“-Strategie ein, die Trump seit seiner Rückkehr ins Weiße Haus konsequent exekutiert. Bereits vor einem Jahr trat er erneut aus dem Pariser Klimaschutzabkommen aus, nachdem sein Vorgänger Joe Biden die USA 2021 wieder hineingeführt hatte.
Die Liste der „No-Go“-Organisationen für die USA wird immer länger. Der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem UN-Hilfswerk für Palästinenser (UNRWA), dem UN-Menschenrechtsrat und der UNESCO wurde die finanzielle Unterstützung bereits entzogen.
Für die globale Wirtschaft bedeutet dieser Schritt eine weitere Fragmentierung der Märkte und Standards. Wenn die größte Volkswirtschaft der Welt sich aus den normgebenden Gremien verabschiedet, verlieren internationale Regelwerke massiv an Bindungskraft und Relevanz.



