11. Januar, 2026

Wirtschaft

Trumps China-Lüge treibt US-Landwirte in den totalen Ruin

Der gefeierte Soja-Deal entpuppt sich als brutale Mogelpackung. Während Peking die USA am Nasenring durch die Arena führt, droht der amerikanischen Landwirtschaft der finanzielle Kollaps.

Trumps China-Lüge treibt US-Landwirte in den totalen Ruin
Trotz Milliarden-Versprechen reagieren Agrar-Aktien wie John Deere kaum. Trumps Druck auf Preise verunsichert Investoren massiv.

Das Rettungspaket ist eine Fata Morgana. Als Xi Jinping im Oktober zusicherte, zwölf Millionen Tonnen US-Sojabohnen abzunehmen, atmete der mittlere Westen auf. Es war ein politischer Sieg, inszeniert für die Kameras.

Die Realität sieht wenige Monate später verheerend aus. Die Umsetzung stockt, die Fristen verschieben sich, und die Existenzangst kehrt mit voller Wucht zurück.

Josh Gackle, Vorsitzender des US-Soja-Anbauverbandes ASA, spricht Tacheles: Wenn der Handel kollabiert, stehen die Bauern in der ersten Reihe des Scheiterns. Der letzte Handelskrieg vernichtete bereits 27 Milliarden Dollar und ließ die Exporte um 76 Prozent einbrechen. Alles deutet auf eine Wiederholung dieses Desasters hin.

Peking nutzt eine Hintertür im Vertragswerk für knallharte Erpressung

Das Muster ist bekannt und dennoch fallen die USA erneut darauf herein. Bereits 2018 verknüpfte China seine Kaufzusagen mit einer perfiden Bedingung: Die Käufe erfolgen nur zu „Marktpreisen“ und „vorteilhaften Bedingungen“.

Das Resultat ist ökonomisch simpel und politisch fatal. Sobald Brasilien oder Argentinien günstiger liefern, ist der US-Deal das Papier nicht wert, auf dem er steht. Die Bilanz der ersten Amtszeit Trumps belegt dies: China nahm schlussendlich nur 77 Prozent der versprochenen Mengen ab.

Aktuelle Daten von Bloomberg bestätigen den erneuten Betrug. Bis Ende 2025 wurden lediglich acht Millionen Tonnen importiert. Der Zeitplan bis Februar 2026 wackelt bedenklich. Ohne eine beidseitig ratifizierte, bindende Vereinbarung ist das Versprechen von 25 Millionen Tonnen bis 2028 reine Fiktion.

Die Finanzmärkte haben das Vertrauen in den Agrarsektor längst verloren

Investoren lassen sich von politischen Show-Events nicht blenden. Ein Blick auf die Kurszettel der großen Agrar-Player zeigt absolute Ernüchterung. Der Saatgut-Riese Corteva bewegt sich seit Oktober kaum vom Fleck.

Auch beim Exporteur Bunge Global und dem Giganten Archer Daniels Midland herrscht Stagnation. Wäre der Deal der angekündigte Befreiungsschlag, müssten diese Kurse explodieren. Das Gegenteil ist der Fall.

Selbst die Ausrüster spüren die Kälte. AGCO-Chef Eric Hansotia hatte offensiv für den China-Deal geworben, um die reiche Ernte abzusetzen. Doch weder bei der Fendt-Mutter noch bei Tractor Supply oder John Deere kommt Euphorie auf. Das Smart Money hat den Sektor abgeschrieben.

Trumps Forderungen an die Maschinenbauer grenzen an ökonomischen Selbstmord

Die Strategie des US-Präsidenten verschärft die Unsicherheit zusätzlich. Trump verspricht den Bauern zwölf Milliarden Dollar Staatshilfe, diktiert aber gleichzeitig den Verwendungszweck: Der Kauf von Maschinen.

Gleichzeitig greift er massiv in die Preisgestaltung der Unternehmen ein. John Deere und Co. sollen ihre Preise senken, im Gegenzug will die Regierung Umweltauflagen streichen. Die These: Weniger Regulierung senkt die Produktionskosten sofort.

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Für Investoren ist das ein unkalkulierbares Risiko. Die Unternehmen sollen auf Gewinne verzichten und darauf hoffen, dass Deregulierung die Kosten deckt. Eine konkrete Erklärung für den angeblichen Kausalzusammenhang zwischen Umweltauflagen und explodierenden Maschinenpreisen bleibt die Regierung schuldig. Zudem warten die Landwirte bisher vergeblich auf die Auszahlung der versprochenen Gelder.

Ein Schuldenberg von 600 Milliarden Dollar erdrückt die US-Farmen systematisch

Abseits der geopolitischen Ränkespiele frisst sich ein strukturelles Geschwür durch die US-Landwirtschaft. Seit 2005 haben sich die Schulden der Branche verdreifacht. Wir sprechen von 600 Milliarden Dollar Verbindlichkeiten.

Berichte der Federal Reserve Bank of Kansas City zeichnen ein düsteres Bild: Die Kreditbedingungen für Landwirte verschlechtern sich seit dem zweiten Quartal des Vorjahres kontinuierlich. Ein wackeliger Deal mit China löst dieses fundamentale Solvenzproblem nicht.

Ben Buckner, Analyst bei AgResource, warnt zudem, dass von chinesischer Seite keine Zusagen über die ursprünglichen zwölf Millionen Tonnen hinaus bestätigt sind. Die US-Bauern sitzen auf ihrer Ware, während die Zinslast ihre Bilanzen zerfrisst.

Südamerika übernimmt die globale Marktführerschaft ohne Gegenwehr

Während Washington redet, schafft Brasilien Fakten. Fast 80 Prozent der brasilianischen Sojabohnen gingen 2025 nach China. Die Exporte stiegen bis November um 16 Prozent – und das gegen den saisonalen Trend.

Das führt zu einer paradoxen Situation auf dem Weltmarkt. Sollte China seine Versprechen an die USA tatsächlich einhalten, droht in Brasilien ein massives Überangebot nach der Rekordernte. Dies würde die Weltmarktpreise in den Keller drücken.

Daniele Siqueira von AgRural analysiert dies treffend: Sinkende Preise in Brasilien würden China wiederum motivieren, die teureren US-Importe erneut zu stoppen und billig in Südamerika zu kaufen. Es ist ein Teufelskreis, aus dem es für die US-Landwirtschaft derzeit kein Entrinnen gibt.

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