Das historische Strafverfahren gegen den ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump nimmt in New York nunmehr Gestalt an. Bei dem Prozessauftakt, an dem Trump samt Anwaltsteam und Vertretern der New Yorker Staatsanwaltschaft teilnahmen, wurde der Grundstein für das juristische Aufeinandertreffen gelegt. Trump, der sich 34 Anklagepunkten wegen Verfälschung geschäftlicher Unterlagen zur Vertuschung eines Sexskandals während seiner Kampagne 2016 gegenübersieht, könnte im Falle einer Verurteilung bis zu vier Jahre Haft drohen.
Die Herausforderung einer unparteiischen Juryfindung trat unmittelbar zutage, als mehr als die Hälfte der ersten 96 geladenen potenziellen Juroren sich als voreingenommen erwiesen. Das Gericht musste den Tag ohne ausgewählte Geschworene beenden. Ein derart hoher Ausscheidungsanteil bei der ersten Auswahlphase ist, laut dem beobachtenden Journalisten Alan Feuer, äußerst selten und veranschaulicht die Schwierigkeit einer fairen Juryzusammenstellung in einem Fall, bei dem das öffentliche Urteil vielfach schon gefällt scheint.
Der Prozess, der möglicherweise der einzige gegen Trump vor dem Wahltag sein wird, ist auf einen Zeitraum von etwa sechs Wochen angesetzt, so der Richter gegenüber den potenziellen Juroren. Die Dauer könnte sich jedoch bei anhaltenden Komplikationen in der Jurorwahl verlängern. Dieser Prozessabschnitt ist entscheidend für den Ausgang des Verfahrens. Insbesondere für die Verteidigung stellt die Suche nach passenden Jurymitgliedern in Manhattan, das politisch überwiegend blau eingefärbt ist, eine Sisyphusaufgabe dar. Das Verteidigerteam wird voraussichtlich nach Jurymitgliedern im Arbeitermilieu, wie Feuerwehrleuten, Polizisten oder Mitarbeitern der Müllabfuhr Ausschau halten, so Jesse McKinley, der den Newsletter 'Trump on Trial' leitet und den Prozess begleitet.