28. Januar, 2026

Märkte

Trotz 25-Prozent-Zollschock: Warum Asiens Märkte Rekorde brechen

Während Trump den Handelskrieg gegen Südkorea verschärft, setzen Investoren alles auf die Earnings der 'Magnificent Seven' und treiben Gold in neue Sphären.

Trotz 25-Prozent-Zollschock: Warum Asiens Märkte Rekorde brechen
Asiens Märkte ignorieren Trumps 25-Prozent-Zölle gegen Südkorea. Tech-Earnings und Gold-Rallye bestimmen das Bild an den Börsen.

Trumps protektionistische Maßnahmen werden von massiven Gewinnerwartungen verdrängt

Die Märkte erleben derzeit eine bemerkenswerte Diskrepanz zwischen geopolitischer Realität und börsennotierter Euphorie. Obwohl US-Präsident Donald Trump am späten Montagabend überraschend eine Anhebung der Zölle auf Importe aus Südkorea auf 25 Prozent ankündigte, reagierten die asiatischen Leitindizes am Dienstag nicht mit Panik, sondern mit einer Rekordjagd.

Der südkoreanische KOSPI, direktes Ziel der US-Handelspolitik, drehte frühe Verluste ins Plus und schloss über 2 Prozent höher auf einem neuen Allzeithoch. Auch der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Aktien außerhalb Japans kletterte um 0,9 Prozent auf einen Rekordwert.

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Während das deutsche Kerngeschäft tief in den roten Zahlen steckt, erwägt das Management unter Evelyn Palla die Trennung vom lukrativen Auslandsgeschäft.

Der primäre Treiber für diesen Optimismus liegt in den USA selbst: Die Nasdaq-Futures notieren 0,5 Prozent im Plus. Investoren positionieren sich aggressiv vor der Berichtssaison der US-Tech-Giganten. Mit Microsoft, Apple und Tesla öffnen ab Mittwoch entscheidende Vertreter der „Magnificent Seven“ ihre Bücher.

Diplomatie und Tech-Fokus dienen als Puffer gegen den Handelskrieg

Marktteilnehmer bewerten die Zollankündigung Trumps, der Südkoreas Gesetzgeber vorwarf, sich nicht an Handelsabkommen zu halten, derzeit eher als Verhandlungstaktik denn als langfristige ökonomische Bremse.

Jose Torres, Senior Economist bei Interactive Brokers, verweist auf den bevorstehenden Besuch des südkoreanischen Industrieministers Kim Jung-kwan in Washington. Die Erwartung ist, dass dieser diplomatische Vorstoß am Freitag Zeit kaufen und die Spannungen entschärfen wird.

Gleichzeitig überlagert die „Enthusiasmus-Prämie“ im Technologiesektor die makroökonomischen Risiken. Das Kapital fließt gezielt in Tech-Werte, da die Erwartungshaltung an die anstehenden Quartalszahlen extrem hoch ist und kurzfristige politische Störfeuer ausblendet.

Edelmetalle profitieren als sicherer Hafen von der anhaltenden Dollar-Schwäche

Während die Aktienmärkte das Risiko ignorieren, preisen die Rohstoffmärkte die Unsicherheit präzise ein. Gold stieg um 1 Prozent auf 5.065 US-Dollar pro Unze und nähert sich damit seinem Allzeithoch von 5.110 Dollar. Silber legte sogar um 4 Prozent auf 108 Dollar zu.

Christopher Louney, Rohstoffstratege bei RBC Capital Markets, identifiziert die Kombination aus frenetischer Unsicherheit und einem schwächelnden US-Dollar als Haupttreiber. Seine Prognose deutet darauf hin, dass die Rallye bis zum Jahresende anhalten und Preise bis zu 7.100 Dollar erreichen könnte.

Parallel dazu setzt der US-Dollar seine Talfahrt fort. Der Greenback fiel gegenüber einem Korb von sechs Hauptwährungen in die Nähe eines Viermonatstiefs. Spekulationen über eine gemeinsame Intervention der USA und Japans zur Stützung des Yen drückten den Dollar zuletzt auf 154,55 Yen.

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Innenpolitische Blockaden in Washington belasten die Währungsstabilität zusätzlich

Neben der Außenhandelspolitik drückt auch das innenpolitische Chaos in Washington auf die US-Währung. Ein drohender „Government Shutdown“ rückt näher, da sich Republikaner und Demokraten uneinig über die Finanzierung des Heimatschutzministeriums (DHS) zeigen.

Auslöser für die verhärteten Fronten ist der tödliche Schusswechsel, bei dem ein zweiter US-Bürger durch föderale Einwanderungsbeamte in Minnesota getötet wurde. Diese politische Instabilität führt zu einer Neubewertung der Dollar-Stabilität durch institutionelle Anleger.

Am Energiemarkt sorgt hingegen die Wiederaufnahme der Versorgung aus Kasachstan für Entspannung. Brent-Rohöl fiel um 0,7 Prozent auf 65,13 Dollar pro Barrel, was den globalen Inflationsdruck zumindest von der Energieseite her leicht dämpft.