Eine spürbare Abschwächung kennzeichnet das aktuelle Geschehen auf dem Ölmarkt – ein Trend, der Börsianer und Analysten gleichermaßen aufmerksam verfolgen lässt. Der Preis für die Nordseesorte Brent, ein internationaler Benchmark für Ölpreise, ist zur Lieferung im Juni auf das Niveau von 82,27 US-Dollar pro Barrel gesunken, was einen Rückgang von 88 Cent gegenüber dem Vortag darstellt. Zwischenzeitlich rutschte der Brentpreis sogar auf den seit Mitte März tiefsten Stand von 81,71 Dollar. Parallel dazu verzeichnet die amerikanische Sorte West Texas Intermediate (WTI) eine ähnliche Tendenz. Hier ging es um 90 Cent bergab auf 77,48 Dollar je Fass. Die Preise tauchten zwischenzeitlich sogar unter die Marke von 77 Dollar. Es sind vor allem Lagerdaten aus den USA, die diesen Preisrutsch begünstigt haben. Der American Petroleum Institute (API) vermeldete für das Land einen Anstieg der Vorräte sowohl bei Benzin als auch bei Destillaten. Speziell der Umschlagplatz Cushing im Bundesstaat Oklahoma, ein wichtiger Indikator für die Ölreserven, weist höhere Bestände auf. In der Wirtschaftswelt wartet man nun gespannt auf die offiziellen Zahlen des Energieministeriums, die am Nachmittag erwartet werden. Weitere Impulse für die sinkenden Preise gehen von geopolitischen Entwicklungen aus. Der iranische Ölminister Javad Owji verkündete, dass sein Land plant, die eigene Ölförderung im aktuellen Jahr deutlich zu steigern – eine Ankündigung, die in den Ölmärkten für zusätzlichen Druck sorgt. Die Entwicklungen am Ölmarkt stehen somit im Zeichen von Angebotsschwankungen und politischen Einflüssen, die in Kombination zu diesen signifikanten Preisbewegungen geführt haben.
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Tiefpunkt bei Ölpreisen: Brent und WTI fallen stark