Ein zweistelliges Milliardenpaket soll den südkoreanischen Wettbewerb verdrängen
Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) hat eine aggressive Offensive gestartet, um einen der lukrativsten Rüstungsaufträge der Dekade zu sichern. Es geht um ein Auftragsvolumen von über 10 Milliarden Euro allein für die U-Boot-Flotte der kanadischen Marine.
Im direkten Wettbewerb steht der südkoreanische Konzern Hanwha Ocean. Um diesen auszustechen, bietet CEO Oliver Burkhard weit mehr als nur maritime Hardware an: Das Paket integriert strategische Sektoren wie Isar Aerospace und Batterietechnik.
Konkret umfasst das Angebot bis zu 12 U-Boote der Klasse 212CD. Entscheidend ist jedoch die Offset-Strategie, die Investitionen in kanadische Schlüsselindustrien wie Seltene Erden, Bergbau und Künstliche Intelligenz verspricht.
Berlin mobilisiert höchste politische Ebenen für den Rüstungsexport
Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben mit voller Kraft, um die deutsche Rüstungsindustrie zu stärken. Das Wirtschaftsministerium, das Verteidigungsministerium und das Bundeskanzleramt sind direkt in die diplomatischen Verhandlungen eingebunden.
Rund 30 bis 40 Mitarbeiter bei TKMS arbeiten derzeit exklusiv an der Ausgestaltung dieser komplexen Offset-Strategie. Das Ziel ist es, eine industrielle Verflechtung zu schaffen, die über reine Rüstungsgeschäfte hinausgeht.
Eine endgültige Entscheidung der kanadischen Regierung wird für das Jahr 2026 erwartet. Der nächste strategisch wichtige Besuch von CEO Burkhard in Kanada ist bereits für März angesetzt.

Der Rückzug von BlackRock signalisiert wachsende Skepsis am Kapitalmarkt
Während die operative Sparte expandieren will, reduziert der weltgrößte Vermögensverwalter sein Engagement signifikant. BlackRock meldete eine Reduktion der Stimmrechte von vormals 6,52 Prozent auf nunmehr 5,35 Prozent.
Dieser Rückgang resultiert primär aus dem massiven Abbau von Finanzinstrumenten (von 1,44 auf 0,17 Prozent). Dies könnte als Indikator für kurzfristige Unsicherheit bezüglich der anstehenden Konzern-Restrukturierung gewertet werden.
Die finanziellen Aussichten bleiben angespannt: Für das Geschäftsjahr 2025/26 prognostiziert der Konzern einen Nettoverlust von bis zu 800 Millionen Euro, maßgeblich getrieben durch notwendige Rückstellungen im Stahlsektor.
Die Pensionslasten blockieren weiterhin den schnellen Verkauf der Stahlsparte
Parallel zur Marine-Offensive laufen im Hintergrund die Verhandlungen mit Jindal Steel International über die Stahlsparte TKSE. Diskutiert wird ein gestaffelter Verkauf, beginnend mit einer 60-Prozent-Beteiligung.
Das zentrale Hindernis für den Deal bleiben jedoch die immensen Pensionsverpflichtungen in Höhe von rund 2,5 Milliarden Euro. Ohne eine Klärung dieses Bilanzpostens ist eine erfolgreiche Transaktion kaum realisierbar.


