Schwaches viertes Quartal belastet die Stimmung
Tesla hat im vierten Quartal 418.227 Fahrzeuge ausgeliefert und damit die Markterwartungen deutlich verfehlt. Analysten hatten im Schnitt mit mehr als 440.000 Einheiten gerechnet. Im Jahresvergleich entspricht das einem Rückgang von rund 16 Prozent. Besonders die volumenstarken Modelle 3 und Y entwickelten sich schwach, während höherpreisige Modelle kaum ins Gewicht fielen.
Gesamtjahr 2025 unter Vorjahr
Auch auf Jahressicht zeigt sich ein ernüchterndes Bild. Mit rund 1,64 Millionen ausgelieferten Fahrzeugen blieb Tesla nicht nur unter den eigenen Ambitionen, sondern auch klar unter dem Vorjahresniveau. Damit verlor der Konzern erstmals seine Position als weltweit größter Anbieter reiner Elektroautos. Der chinesische Wettbewerber BYD zog beim E-Auto-Absatz vorbei.

Analysten senken Erwartungen deutlich
Die schwachen Zahlen haben Folgen für die Prognosen. Noch vor zwei Jahren gingen viele Marktbeobachter von deutlich über drei Millionen ausgelieferten Fahrzeugen im Jahr 2026 aus. Inzwischen liegt der Konsens nur noch bei rund 1,8 Millionen Einheiten. Der zunehmende Preisdruck, vor allem aus China, sowie fehlende neue Volumenmodelle belasten das Vertrauen.
Fokus auf Robotaxi statt Kerngeschäft
Konzernchef Elon Musk setzt kommunikativ stärker auf Zukunftsthemen wie Robotaxis und autonomes Fahren. Diese Visionen sorgen weiterhin für Fantasie, können die Schwäche im operativen Kerngeschäft jedoch bislang nicht ausgleichen. Für Investoren bleibt offen, wann und ob diese Technologien einen messbaren Beitrag zu Umsatz und Gewinn leisten.

Bewertung bleibt anspruchsvoll
Trotz der enttäuschenden Entwicklung wird Tesla weiterhin mit einem sehr hohen Bewertungsniveau gehandelt. Ein Großteil der Zukunftserwartungen ist bereits im Kurs enthalten. Ohne eine klare Trendwende bei den Auslieferungen oder sichtbare Fortschritte bei neuen Geschäftsmodellen dürfte die Aktie anfällig für weitere Rückschläge bleiben.
Mehr Fragen als Antworten
Tesla startet mit Gegenwind ins Jahr 2026. Sinkende Auslieferungen, wachsender Wettbewerb und hohe Erwartungen an Zukunftsprojekte prägen das Bild. Für Anleger wird entscheidend sein, ob es dem Konzern gelingt, operative Stärke und technologische Vision wieder stärker in Einklang zu bringen.

