11. Februar, 2026

Wirtschaft

Tesla in Grünheide: Polizei bei Betriebsratssitzung involviert

Die jüngsten Ereignisse im Tesla-Werk in Grünheide, dem einzigen europäischen Produktionsstandort des amerikanischen Elektrofahrzeugherstellers, haben erneut die Aufmerksamkeit auf die angespannten Beziehungen zwischen dem Unternehmen und der Gewerkschaft IG Metall gelenkt. Am Mittelpunkt dieser Spannungen steht eine hitzige Auseinandersetzung, die während einer kürzlichen Betriebsratssitzung eskalierte und letztlich einen Polizeieinsatz zur Folge hatte. Werksleiter André Thierig machte auf dem sozialen Netzwerkportal X schwere Vorwürfe gegen einen IG Metall-Vertreter geltend, indem er behauptete, dieser hätte die Sitzung unbefugt digital aufgezeichnet.

Der Vorgang gipfelte in einem drastischen Schritt: Die zuständige Polizei wurde herbeigerufen, um die mutmaßlichen Beweise sicherzustellen und eine Anzeige aufzunehmen. Der Kern der Streitigkeit dreht sich um den Vorwurf der unerlaubten Aufnahme, der, falls er sich als korrekt erweisen sollte, rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte. Diese Maßnahmen lösten eine umgehende und entschiedene Reaktion der IG Metall aus, die den Vorwurf als "kalkulierte Lüge" bezeichnete und in einer scharfen Stellungnahme anprangerte, dass der betroffene Gewerkschaftsvertreter keine Gelegenheit zu einer Gegenrede erhalten habe.

Laut Aussagen der IG Metall – Tesla Workers GFBB im Betriebsrat wurde die Sitzung abrupt unterbrochen, woraufhin die Behörden eingeschaltet wurden. Medienberichten zufolge hatte die Polizei schließlich den Laptop des beschuldigten Gewerkschafters als potentielles Beweismittel beschlagnahmt. Die örtliche Polizei gab zwar die Aufnahme einer Strafanzeige und die Sicherstellung von diversen Beweismitteln zu Protokoll, hielt sich jedoch mit detaillierten Informationen zum weiteren Verlauf zurück.

Der Vorfall zieht weite Kreise und wird nun durch die Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) sowie durch die Polizei genauer untersucht. Dabei spielen insbesondere der Verdacht auf eine Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes sowie eventuelle Verstöße gegen das Betriebsverfassungsgesetz eine zentrale Rolle. Die Diskussion um diese Thematik verdeutlicht die zunehmend spannungsgeladene Atmosphäre zwischen dem Unternehmen Tesla und der Gewerkschaft IG Metall.

Parallel dazu werden gegenwärtig intensive Vorbereitungen für die anstehenden Betriebsratswahlen im kommenden März getroffen. Diese Wahl stellt einen weiteren Kristallisationspunkt in dem ohnehin schon angespannten Verhältnis zwischen Tesla und der IG Metall dar. Die fortwährende Weigerung des Unternehmens, einem Tarifvertrag zuzustimmen, ist seit geraumer Zeit ein weiterer Streitpunkt und könnte die Spannungen zwischen beiden Parteien noch weiter verschärfen. Der Ausgang der Wahlen und die anschließenden Maßnahmen könnten entscheidende Richtungsweisungen für die Zukunft der Arbeitsbeziehungen im Grünheider Werk sein.