30. Januar, 2026

Wirtschaft

Teilzeitbeschäftigung in Deutschland: Freiwillige Entscheidung überwiegt

Die Entscheidung, in Deutschland in Teilzeit zu arbeiten, wird überwiegend durch individuelle Präferenzen bestimmt und nicht primär durch das Fehlen von Vollzeitbeschäftigungsmöglichkeiten begründet. Dies geht aus den neuesten Erkenntnissen des Mikrozensus 2024 hervor, der umfassende Einblicke in die deutschen Arbeits-und Lebensbedingungen gewährt. Laut dieser repräsentativen Erhebung geben lediglich rund fünf Prozent der Teilzeitbeschäftigten an, keine Vollzeitanstellung gefunden zu haben. Im Gegensatz dazu entscheiden sich 28 Prozent der Befragten proaktiv dafür, ihre Arbeitsstunden eigenständig zu reduzieren, wie das Statistische Bundesamt berichtet.

Insbesondere Frauen nennen familiäre Verpflichtungen als Hauptgrund für ihre Präferenz zur Teilzeitbeschäftigung. Eine zentrale Rolle spielt hierbei die Betreuung von Kindern und pflegebedürftigen Angehörigen, ein Grund, der von 23,5 Prozent der Teilnehmerinnen angegeben wurde. Von diesen Frauen betont die überwiegende Mehrheit von 65,3 Prozent, dass ihre Entscheidung aus eigenem Wunsch getroffen wurde, ohne äußeren Druck oder Notwendigkeit. Interessanterweise scheinen die Verfügbarkeit und die finanzielle Belastung durch externe Betreuungsangebote von geringerem Einfluss zu sein: Nur knapp 20 Prozent der befragten Teilzeitkräfte nannten fehlende oder zu kostenintensive Betreuungsangebote als Problem.

Darüber hinaus gibt es auch eine substanzielle Anzahl von Teilzeitbeschäftigten, die diese Arbeitsform aus Weiterbildungsgründen oder aufgrund von Studien verfolgen. Diese Motive machten 11,6 Prozent der Antworten aus. Ebenso wird die Teilzeitarbeit von einem kleineren Segment aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen gewählt. Hierbei liegt der Prozentsatz bei etwa 4,9 Prozent. Andere persönliche oder berufliche Gründe werden von einer beträchtlichen Gruppe von 27,4 Prozent der Befragten angegeben, was die Vielschichtigkeit der individuellen Entscheidungsprozesse verdeutlicht.

Der Mikrozensus gilt als bedeutende und umfassende Datenerhebung in Deutschland, die jährlich mehrere Hunderttausend Haushalte befragt. Er liefert wertvolle und tiefgehende Einblicke in die dynamische Arbeitswelt sowie in soziale und demografische Trends innerhalb der Gesellschaft. Die Ergebnisse der Studie unterstützen politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler bei der Entwicklungen fundierter Richtlinien und Programme, die auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt sind.