Im Zuge der aktuellen Diskussionen über die Zukunft der Agrardiesel-Subventionen im deutschen Landwirtschaftssektor zeichnet sich ein schärferer Konflikt innerhalb der Bauernverbände ab. Insbesondere die Haltung des Bayerischen Bauernverbandes steht dabei im Fokus. Der Präsident des Verbandes, Günther Felßner, äußerte sich kritisch über die angedeutete Bereitschaft des Deutschen Bauernverbandes (DBV) zu Kompromissen in der Frage der Agrardiesel-Subventionen. Felßner bekräftigte die unnachgiebige Position seines Verbandes im Interview mit dem Bayerischen Rundfunk: Es gebe keine Bereitwilligkeit zum Einlenken in Bezug auf diese wirtschaftlich essentielle Unterstützung für die Landwirte.
Die vorgehende Äußerung des Generalsekretärs des DBV, Bernhard Krüsken, gegenüber der "Welt am Sonntag", dass man nicht auf den vollständigen Erhalt der Subventionen pochen wolle, sondern offen für Ausgleichsmaßnahmen sei, löste innerhalb der Bauernschaft Verwunderung aus. Krüsken betonte, es gehe nicht darum, durch lautstarken Protest zu überzeugen, sondern praktikable Lösungen für die Mitglieder zu finden.
Felßner stellt jedoch klar, dass ein Missverständnis vorliege und dass die Unterstützung für Agrardiesel nicht zur Debatte stehe. Er fordert, dass im Falle einer Reduktion der Dieselsubventionen eine überproportionale Kompensation durch andere Vergünstigungen, wie die steuerliche Begünstigung von Biokraftstoffen oder die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage für Landwirte, gewährleistet sein müsse.
Die Haltung des bayerischen Verbandes findet auch in weiteren Regionalverbänden wie in Sachsen-Anhalt Anklang, wo ebenfalls Kritik an der möglichen Kompromissbereitschaft des DBV geübt wurde. In der Debatte um die Agrarsubventionen wird deutlich, dass die Frage des Agrardiesels weit mehr als nur eine steuerliche Regelung betrifft: Sie ist zu einem Symbol der agrarpolitischen Selbstbehauptung geworden.