30. April, 2026

Wirtschaft

Stromkunden verschenken Milliarden durch Trägheit

Stromkunden verschenken Milliarden durch Trägheit

Deutsche Haushalte zahlen aufgrund ihrer Zurückhaltung beim Wechsel des Stromanbieters in diesem Jahr in erstaunlichem Maße zu viel, informiert das Vergleichsportal Verivox. Rund einem Viertel der Haushalte hierzulande, das hochgerechnet etwa 10 Millionen entspricht, entsteht durch die Beibehaltung des Grundversorgungstarifs ihres Lokalversorgers ein beträchtlicher finanzieller Nachteil. Diese Tarifoption ist die kostspieligste auf dem Markt und führt dazu, dass diese Konsumentengruppe annähernd 5,5 Milliarden Euro im Jahr 2024 mehr ausgibt, als nötig wäre.

Den vollständigen Zugang zum Grundversorgungstarif bekommen all jene, die sich bei einem Wohnungswechsel oder dem Bau eines Hauses nicht um ein vorteilhaftes Alternativangebot kümmern. Trotz des Nutzens der Unkompliziertheit und der Kündigungsmöglichkeit zu jeder Zeit, wiegt der signifikante Kostennachteil schwer. Aktuell liegt der Preis pro Kilowattstunde (kWh) im angesprochenen Tarif deutschlandweit durchschnittlich bei 44,36 Cent. Demgegenüber steht der Preis innerhalb des kostengünstigsten Tarifs mit Preisgarantie, der mit durchschnittlich 24,7 Cent/kWh zu Buche schlägt – eine potenzielle Reduktion der Stromkosten um circa 44 Prozent.

Basierend auf dem Monitoringbericht der Bundesnetzagentur für das Jahr 2022 und einer abgesetzten Strommenge von etwa 27,9 Milliarden kWh an Haushalte im Grundversorgungstarif, ergeben sich für das Jahr 2024 prognostizierte Kosten in Höhe von rund 12,4 Milliarden Euro. Im Kontext eines Wechsels zum preiswertesten Tarif würden sich die Gesamtkosten auf lediglich 6,9 Milliarden Euro belaufen. Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, äußert sein Erstaunen darüber, dass fast ein Viertel der Kundinnen und Kunden trotz der freien Anbieterwahl seit über 25 Jahren im höchstpreisigen Segment verbleibt.