09. Januar, 2026

Politik

Stromausfälle in Berlin: Politische Schlagzeilen und Tennisschläger im Fokus

Inmitten eines umfassenden Stromausfalls, der weite Teile des südwestlichen Berlins betraf, gerät der Regierende Bürgermeister Kai Wegner in den Fokus öffentlicher Kritik. Der CDU-Politiker entschied sich mitten in dieser Krise für einen sportlichen Ausflug, was eine hitzige Debatte in der Berliner Politiklandschaft entfachte. Walter Momper, ehemaliger Bürgermeister von Berlin, kritisierte Wegner scharf und unterstellte ihm, der Ernsthaftigkeit der Lage nicht gerecht geworden zu sein. Statt mit der Situation umsichtig umzugehen, zog sich Wegner zum Tennisspielen zurück, während in Tausenden von Haushalten die Lichter ausgingen.

Besondere Brisanz erhält der Vorfall dadurch, dass Wegner bei seinem Tennis-Ausflug von seiner Lebensgefährtin und Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch begleitet wurde. Der Berliner Senat bestätigte Berichte, wonach Wegner trotz der Bekanntwerdung des Stromausfalls die Gelegenheit nutzte, um eine Tennisstunde zu nehmen. Dies begründete er damit, dass er auf diese Weise den Kopf freibekommen und neue Energie schöpfen wollte. Auffällig ist jedoch, dass dieser Ausflug in der späteren Kommunikation Wegners unerwähnt blieb, was seine Krisenstrategie weiter in Frage stellt.

Kritiker aus verschiedenen politischen Lagern sehen in Wegners Verhalten nicht nur eine mangelnde Präsenz in der Krise, sondern auch ein fehlendes Gespür für die Dringlichkeit der Situation. Forderungen nach Rücktritt wurden laut, sowohl von der AfD als auch von der nicht im Parlament vertretenen FDP. Darüber hinaus äußerten sich der SPD-Spitzenkandidat Steffen Krach und Werner Graf von den Grünen besorgt über Wegners scheinbar leichtfertiges Verhalten in einer der schwierigsten Stunden für die Stadt seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Der massive Stromausfall, der durch einen Brandanschlag einer linksextremistischen Gruppe ausgelöst wurde, ließ rund 100.000 Menschen bis Mittwochabend ohne Strom, Heizung und Kommunikationsmittel zurück.

Auch wenn die technischen Probleme allmählich behoben werden, zeichnet sich ab, dass die politische Dimension des Vorfalls noch lange Wellen schlagen wird. Wegners Entscheidung, in einem solch kritischen Moment dem Tennissport Vorrang zu gewähren, weckt ernsthafte Zweifel an seiner Führungsqualität und mangelnder Transparenz in Krisenzeiten. Dies wirft grundlegende Fragen auf, gerade in einer Zeit, in der die Bürger Berlins mehr denn je auf eine verlässliche und durchdachte Führung zählen müssen.