17. April, 2026

Wirtschaft

Streit um Sicherheit bei der Deutschen Bahn vor der Fußball-EM verschärft sich

Streit um Sicherheit bei der Deutschen Bahn vor der Fußball-EM verschärft sich

Die Stimmung innerhalb der Deutschen Bahn ist angesichts der Sicherheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Lichte der bevorstehenden Fußball-Europameisterschaft angespannt. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat argumentiert, dass die von der Deutsche Bahn kürzlich annoncierten Sicherheitsmaßnahmen unzureichend seien. Der EVG-Vorsitzende Martin Burkert verwies auf Gewerkschaftsstudien und eine "alarmierende Realität" und betonte, dass eine Erhöhung des Sicherheitspersonals um 20 Prozent für einen normalen Sommerbetrieb notwendig wäre, geschweige denn für das Großereignis EM.

Die EVG hatte erst kürzlich eine Umfrage vorgelegt, die aufzeigt, dass Gewalt und Anfeindungen gegenüber Bahnmitarbeitern keine Seltenheit sind. 64 Prozent der Teilnehmenden hatten solche Erfahrungen innerhalb des letzten Jahres gemacht. Sofortmaßnahmen für den Schutz der Angestellten während der EM seien daher dringend gefragt. Dem entgegen plant die Deutsche Bahn, ihren Sicherheitskräfteeinsatz in Zügen und Bahnhöfen während der EM um etwa 900 Personen zu verstärken.

Heike Moll, Mitglied in diversen Betriebsräten bei der DB, fordert angesichts der erwarteten Gemengelage bei der EM – nicht alle Fußballfans verhalten sich friedlich – ebenfalls mehr Engagement im Sicherheitsbereich. Die EVG strebt zusätzlich ein Sonderprogramm für die Bahnhöfe und deren Vorplätze an, das sich flexibel an die Spielpläne und die Bewegungen der Fans anpasst. Hierzu sei die Gewerkschaft im Austausch mit der Polizeigewerkschaft, um die Gastgeberrolle für die EM sicherzustellen.

Konfliktpotenzial bietet auch der Hinweis von seitens der EVG, dass den Mitarbeitern zu ihrer eigenen Sicherheit nahegelegt werden könnte, die Arbeit zu verweigern. Man könnte dies zwar nicht als Streik bezeichnen, es sei aber durchaus möglich, dass das Recht auf Leistungsverweigerung greifen könnte, sollte die persönliche Sicherheit der Beschäftigten nicht gewährleistet sein, so Moll. Vor allem in größeren Bahnhöfen und bei Infopoints sei die Anwesenheit von deutlich mehr als den geplanten 20 Prozent zusätzlichem Sicherheitspersonal erforderlich.

Inmitten dieser angespannten Vorbereitungen für die EM bewirbt die Deutsche Bahn ihre Angebote für Fußballfans, die mit dem Fernverkehr zu den Spielen anreisen möchten. Reisende mit Eintrittskarten können von vergünstigten Ticketpreisen profitieren. Als offizieller nationaler Partner des Turniers zeigt die DB damit deutlich ihre Verbindung zum Sportevent.