Der jüngste Besuch von Israels umstrittenem Polizeiminister Itamar Ben-Gvir auf dem Tempelberg hat abermals für Unruhe gesorgt. Mit einem Gebet, das er dort für die israelischen Soldaten, die Rückkehr aller Geiseln und einen vollständigen Sieg sprach, schürt er erneut Spannungen zwischen den religiösen Gemeinschaften. Seine Worte, die er über die Plattform X verbreitete, stoßen insbesondere in der ohnehin angespannten Atmosphäre auf Kritik. Der Tempelberg, der für Muslime als Al-Haram al-Scharif bekannt ist, gilt als einer der heiligsten Orte im Islam und ist ebenso von großer Bedeutung für das Judentum. Dort befinden sich der Felsendom und die Al-Aksa-Moschee. Während Israel für die Sicherheit zuständig ist, obliegt die Verwaltung den muslimischen Autoritäten. Eine bestehende Vereinbarung untersagt jüdische Gebete auf dem Gelände, lässt jedoch Besuche zu. Die wiederholten Verstöße Ben-Gvirs gegen diese Auflage führen regelmäßig zu diplomatischen Spannungen. Dennoch bleibt der offizielle Standpunkt des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu bestehen: Der Status quo am Tempelberg bleibt unverändert. Sanktionen gegen den Polizeiminister sind bislang ausgeblieben, was bei vielen Beobachtern auf Unverständnis stößt.
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Streit um den Tempelberg: Itamar Ben-Gvirs Gebet sorgt erneut für Spannungen