Die Gewerkschaft Verdi hat in Bayern zu Streiks im Logistiksektor aufgerufen, was kurz vor Weihnachten zu erheblichen Herausforderungen bei der Zustellung von Paketen führen könnte. Die Aktion ist als Druckmittel vor der dritten Tarifrunde geplant, die am 16. Dezember stattfindet. Betroffen sind Mitarbeiter in Speditionen sowie Kurier-, Express- und Paketdiensten im Freistaat, die in den kommenden Wochen an Warnstreiks teilnehmen sollen.
Im Zentrum der Verhandlungen steht eine Forderung von Verdi nach einer Lohnerhöhung von 368 Euro für die rund 100.000 Beschäftigten der Branche in Bayern, vorgesehen für einen Zeitraum von 12 Monaten. Der Arbeitgeberverband LBS hat hingegen ein Angebot von 4,6 Prozent Lohnerhöhung unterbreitet. David Merck, Verdi-Verhandlungsführer, kritisierte dieses Angebot harsch als völlig unzureichend und bemerkte, dass Speditionskaufleute nach dreijähriger Ausbildung derzeit einen Stundenlohn von nur 15,17 Euro erhielten.
Die Streiks könnten sich auf die Dienstleistungen von namhaften Unternehmen wie Hermes, Trans-o-flex, DPD, UPS, Schenker Deutschland, Fedex, Kühne und Nagel sowie Dachser auswirken. In Folge dessen müssen sich Kunden möglicherweise auf Lieferverzögerungen oder gar Ausfälle ihrer Paketzustellungen einstellen.