06. Februar, 2026

Wirtschaft

Strategische Neuausrichtung: Beginn der umfassenden Sanierung der Bahnstrecke Köln-Hagen

Die Deutsche Bahn initiiert ein weitreichendes Modernisierungsprojekt für die Zugstrecke von Köln über Wuppertal nach Hagen. Dieses Vorhaben bringt eine fünfmonatige Sperrung der Strecke mit sich. Ab Freitagabend werden Fernzüge in Richtung Berlin und Hamburg umgeleitet, während Pendler auf ein Ersatzbussystem zurückgreifen müssen, um ihre Reise fortzusetzen. Trotz der erheblichen Investition von 800 Millionen Euro bleibt die überfällige Erneuerung der in die Jahre gekommenen Stellwerke unberücksichtigt. Die Bahn plant, diese Modernisierung erst in den 2030er Jahren durchzuführen. Matthias Gastel, Bundestagsabgeordneter der Grünen, äußerte scharfe Kritik und bezeichnete das Vorgehen als «Schummel-Sanierung».

Trotz intensiver Nachfragen der Grünen im Bundestag, die auf Details zu den geplanten Maßnahmen bestanden, bleibt das Bundesverkehrsministerium dabei, die Stellwerke nicht in die aktuellen Sanierungsvorhaben einzubeziehen. Ein Bericht der Grünen zeigt deutlich, dass einige dieser Anlagen in einem besorgniserregend schlechten Zustand sind. Insbesondere zwei Stellwerke in Wuppertal wurden mit der Note 6,0 bewertet, während die übrigen bestenfalls als knapp ausreichend betrachtet werden können.

Die Deutsche Bahn konzentriert sich vorrangig auf die Verbesserung der Gleise und Bahnhöfe entlang der Strecke. Eine Sprecherin des Unternehmens betonte, dass der aktuelle Zustand der Infrastruktur nicht länger hinnehmbar sei. Nach Abschluss der Generalsanierung wird von einer signifikanten Verbesserung der Infrastruktur für die Reisenden ausgegangen, auch wenn die Stellwerke zunächst keine Berücksichtigung finden. Dies könnte womöglich direkten Einfluss auf die Pünktlichkeit und Verlässlichkeit der Zugverbindungen haben.

Die Umleitungen im Fernverkehr, die über das Ruhrgebiet führen, werden eine Verlängerung der Reisezeiten um 20 bis 40 Minuten mit sich bringen. Städte wie Solingen und Wuppertal müssen derweil vollständig ohne Fernverkehr auskommen. Auf der positiven Seite steht, dass die Strecke zwischen Duisburg, Essen und Oberhausen nach erfolgten Bauarbeiten wieder vollumfänglich zur Verfügung steht, was die Belastung anderer Routen zumindest teilweise ausgleichen könnte.