10. Mai, 2026

Wirtschaft

Steuerstreit: Volkswagen unter Druck in Indien

Steuerstreit: Volkswagen unter Druck in Indien

Die indischen Behörden erheben schwere Vorwürfe gegen Volkswagen. Der deutsche Automobilkonzern soll durch eine bewusste Falschdeklaration von Importen Steuern im Wert von 1,4 Milliarden Dollar umgangen haben. Dies stellt einen der größten Steuerstreitfälle des Landes dar und erhöht den Druck auf Volkswagen, welcher bereits mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert ist. Um die inländische Produktion zu fördern, erhebt Indien eine Einfuhrsteuer von 35% auf vollständig zerlegte Fahrzeugeinheiten (CKDs), die als Bausätze importiert und in heimischen Fabriken montiert werden. Im Gegensatz dazu unterliegen vollständige Fahrzeugimporte einer Steuer von 100%, während einzelne, für die lokale Fertigung benötigte Komponenten mit einem günstigeren Satz von 5-15% besteuert werden. Im Kern der Vorwürfe beschuldigen die indischen Ämter Volkswagen, durch die falsche Deklaration von CKD-Importen als „Einzelteile“ die niedrigeren Steuersätze genutzt zu haben, die eigentlich für besagte Einzelkomponenten vorgesehen sind. Diese Praktiken betreffen hauptsächlich Modelle von Audi, Skoda und VW, darunter Audi A4, A6, Q5, Q7, Skoda Octavia, Superb, Kodiaq sowie VW Tiguan. Zur Steuerung ihrer Importe verwendet der Konzern Software wie NADIN und ProCKD, welche detaillierte Aufzeichnungen und Bestellungen basierend auf Verkaufsprojektionen ermöglichen. Durch den Einsatz dieser Systeme werden Bestellungen in einzelne Komponenten aufgeteilt, die von Lieferanten in Deutschland, Tschechien und Ungarn stammen. Diese Teile werden an Konsolidierungszentren gesandt, von wo aus sie nach Indien verschifft werden. Bei der Montage in Indien helfen eindeutige Identifikationsnummern dabei, die Bauteile korrekt zuzuordnen.