02. Mai, 2026

Wirtschaft

Starker Anstieg der Löhne heizt Spekulationen über Zinspolitik an

Starker Anstieg der Löhne heizt Spekulationen über Zinspolitik an

Die britische Wirtschaft erlebte kürzlich einen signifikanten Anstieg der Löhne, das erste Mal seit über einem Jahr, was die Erwartung stützt, dass die Bank of England ihre Zinssätze in dieser Woche stabil halten wird. Jüngsten Daten zufolge stiegen die regulären Verdienste in den drei Monaten bis Oktober um 5,2 % gegenüber dem Vorquartalswert von 4,9 %. Dies ist eine bemerkenswerte Entwicklung, da das Wachstum der Löhne die Inflation um stolze 3 % übertrifft, wie aus Angaben des Office for National Statistics hervorgeht. Laut Liz McKeown, Direktorin für Wirtschaftsstatistiken beim ONS, wurde der Lohnanstieg maßgeblich vom privaten Sektor getrieben, wo die regulären Verdienste um 5,4 % zunahmen – der höchste Anstieg seit Mai. Im öffentlichen Sektor lag das Gehaltswachstum bei 4,3 %. Die Entscheidungsträger der Bank of England beobachten die Entwicklung der Löhne genau, um mögliche Inflationssignale zu erkennen. Experten betonen, dass der Lohnzuwachs die Erwartung festigt, dass der Basiszinssatz auf 4,75 % gehalten wird, nachdem die Bank ihn zweimal in diesem Jahr gesenkt hat. Der Ökonom Gora Suri von PwC UK weist darauf hin, dass trotz der erheblichen Abnahme der Inflation in den letzten zwei Jahren weiterhin fundamentale Inflationsrisiken bestehen. Er erwartet, dass die Bank of England die Zinsen in dieser Woche stabil halten wird, bevor sie im neuen Jahr wieder mit Zinssenkungen beginnt. Der Kurs des britischen Pfunds erlebte einen leichten Anstieg, da erwartet wurde, dass es zum Jahresende keine Zinssenkung geben wird. Gegenüber dem Euro stieg das Pfund um 0,3 % auf 1,21 Euro und gegenüber dem US-Dollar um 0,1 % auf 1,27 US-Dollar. Angesichts dieser Entwicklungen zeigen sich jedoch Anzeichen einer nachlassenden Dynamik auf dem Arbeitsmarkt. Schätzungen zufolge sank die Zahl der Beschäftigten in Großbritannien um 35.000 auf 30,4 Millionen, während die Anzahl der Stellenangebote um 31.000 auf 818.000 zurückging. Die Arbeitslosenquote stagnierte bei 4,3 %, jedoch gesellten sich Bedenken zur Zuverlässigkeit der Umfrage hinzu. Gleichzeitig herrscht Sorge vor möglichen Effekten auf den Arbeitsmarkt durch die jüngsten Ankündigungen aus dem Staatshaushalt, die eine Erhöhung der nationalen Versicherungsbeiträge für Arbeitgeber und einen Anstieg des Mindestlohns umfassen.