Die Gewerkschaft, die mehr als 10.000 Baristas von Starbucks vertritt, hat einen möglichen Streik autorisiert. Dies geschieht im Vorfeld der abschließenden Verhandlungsrunde mit dem Kaffeeriesen, die am kommenden Dienstag stattfinden soll.
Workers United, die als Verhandlungsvertretung der Beschäftigten in 525 Starbucks-Filialen in den USA fungiert, kritisiert, dass Starbucks bisher kein umfassendes wirtschaftliches Angebot vorgelegt habe. Gleichzeitig seien Hunderte von Rechtsstreitigkeiten im Zusammenhang mit unfairen Arbeitspraktiken ungelöst.
Die Gewerkschaft drängt seit langem darauf, dass Starbucks die Löhne erhöht, das Personal aufstockt und bessere Arbeitspläne einführt. Sie hat jedoch noch nicht festgelegt, wann ein Streik beginnen könnte. Starbucks hat auf eine Anfrage von Reuters zunächst nicht geantwortet.
Die Verhandlungen zwischen Starbucks und Workers United begannen im April und konzentrieren sich auf einen grundlegenden Rahmen zur Steuerung der Tarifverhandlungen sowie zur möglichen Beilegung laufender Rechtsstreitigkeiten. Die vorherige Verhandlungsrunde fand im September statt, kurz nachdem Brian Niccol, ehemaliger Top-Manager bei Chipotle Mexican Grill, überraschend zum Chef von Starbucks ernannt wurde. Niccol äußerte in einem Brief an einige Baristas seine Bereitschaft, konstruktiv mit der Gewerkschaft zusammenzuarbeiten.
Zum 29. September hatte Starbucks über 11.000 Filialen in den USA mit etwa 200.000 Mitarbeitern. Diese Woche kündigte das Unternehmen eine Erhöhung des bezahlten Vaterschaftsurlaubs in seinen Filialen von sechs auf bis zu 18 Wochen an, die ab März in Kraft treten soll.
Unter der Leitung Niccols befindet sich der Kaffeeriese in einer tiefgreifenden Umstrukturierung, mit dem Ziel, die „Kaffeehauskultur“ neu zu beleben. Geplante Maßnahmen umfassen dabei komfortablere Sitzgelegenheiten, kürzere Wartezeiten für Kunden und ein vereinfachtes Menü.