02. Mai, 2026

Wirtschaft

Sri Lanka setzt auf innovative Wachstums- und Governance-gebundene Anleihen im Schuldenumbau

Sri Lanka setzt auf innovative Wachstums- und Governance-gebundene Anleihen im Schuldenumbau

In einem bemerkenswerten Schritt hat Sri Lanka den Beginn eines komplexen Umbaus seines internationalen Anleihekapitals in Höhe von 12,55 Milliarden US-Dollar angekündigt. Der Plan umfasst die Einführung neuartiger, wirtschafts- und gouvernance-gekoppelter Anleihen, die als Instrumente zur Schuldenentlastung und Förderung guter Regierungsführung dienen sollen.

Die Governance-gebundenen Anleihen belohnen Sri Lanka mit niedrigeren Zinszahlungen, falls das Land bestimmte Leistungskennzahlen im Bereich der wirtschaftlichen Transparenz und Verwaltungseffizienz erreicht. Gelingt es Sri Lanka, bis 2026 und 2027 eine durch den IWF vorgegebene Einnahmenquote zu übertreffen und strategische fiskalpolitische Ziele zu kommunizieren, wird sich die Verzinsung der Anleihen um 75 Basispunkte verringern. Diese innovative Struktur könnte das Land bis 2035 um beträchtliche 80 Millionen Dollar entlasten.

Erstmals wird mit den makroökonomisch-gekoppelten Anleihen auch eine variable Rückzahlung getestet, die sich sowohl nach oben als auch nach unten an die wirtschaftliche Leistung anpasst. Sollte die Wirtschaft weniger wachsen als prognostiziert, reduziert sich die Rückzahlungssumme. Im optimistischen Fall hingegen steigen Kapital- und Zinszahlungen. Diese Anleihen basieren auf den nominalen BIP-Daten Sri Lankas zwischen 2025 und 2027 sowie einem realen BIP-Wachstumsmaß.

Moody’s hat die beiden neuen Anleihtypen zwar bereits positiv bewertet, doch die Beobachtung durch Investoren wird darüber entscheiden, ob diese komplexen Instrumente als Blaupause für andere Staaten dienen könnten. Ihre Anziehungskraft hängt davon ab, wie leicht sie sich am Markt handeln lassen und wie Anleger deren fairen Wert bestimmen können. Derweil hält JPMorgan, als führender Anbieter für Anleihenindizes wirtschaftsschwacher Staaten, einen Kommentar zu deren Einbeziehung zurück.