17. März, 2026

Wirtschaft

Spielwarenbranche hofft auf Weihnachtsgeschäft trotz gebremster Kauflust

Spielwarenbranche hofft auf Weihnachtsgeschäft trotz gebremster Kauflust

Die Spielwarenbranche ist normalerweise ziemlich krisenresistent. Doch aufgrund der aktuellen Unsicherheiten und der gedämpften Kauflust rechnet sie in diesem Jahr mit geringeren Umsätzen. Die Händlerinnen und Händler setzen nun ihre Hoffnungen auf das bevorstehende Weihnachtsgeschäft, da niemand erwartet, dass Kinder auf ihre Geschenke verzichten müssen. Allerdings könnten Eltern und Großeltern in diesem Jahr günstigere Produkte bevorzugen.

Obwohl viele Menschen in Deutschland sparen, ist die Spielwarenbranche laut Marktforschern nicht so stark von den Auswirkungen betroffen wie andere Bereiche. Nach einer Prognose des Handelsverbands Spielwaren (BVS) werden die Verbraucherinnen und Verbraucher in diesem Jahr rund 4,5 Milliarden Euro für Spielzeug ausgeben, etwa 4 Prozent weniger als im Vorjahr. "Trotzdem gehen wir optimistisch in die heiße Phase vor Weihnachten", sagte Steffen Kahnt, Geschäftsführer des BVS, am Dienstag in Nürnberg. "Beim Kind wird zuletzt gespart."

Laut einer Umfrage im Auftrag des BVS gaben die Verbraucherinnen und Verbraucher im letzten Weihnachtsfest im Durchschnitt 148 Euro pro Kind für Spielzeug aus. Ob dies in diesem Jahr wieder der Fall sein wird, ist jedoch fraglich. Es wird nicht nur weniger gekauft, sondern auch verstärkt auf den Preis geachtet, erklärte Joachim Stempfle vom Marktforschungsinstitut Circana. Hochpreisige Spielzeuge sind derzeit weniger gefragt, während Actionfiguren, Spielfiguren, Sammelkarten, Brettspiele, Puzzles und Plüschartikel besonders beliebt sind.

Große Spielwarenhersteller wie Lego, Mattel, Simba, Playmobil und Schleich verzeichnen nach Angaben von Circana in diesem Jahr rückläufige Ergebnisse - nicht nur in Deutschland, sondern weltweit ist der Spielzeugmarkt angespannt. Laut einer Umfrage des Deutschen Verbands der Spielwarenindustrie (DSVI) geben mehr als die Hälfte der Hersteller an, dass die schwache Nachfrage und die wirtschaftlichen Belastungen Spuren in ihren Bilanzen hinterlassen werden.

Zwei deutsche Traditionshersteller haben in letzter Zeit schlechte Nachrichten verkündet: Der Mutterkonzern von Playmobil kündigte im Herbst an, weltweit rund 700 Stellen abbauen zu wollen. Das Unternehmen Haba aus Oberfranken, bekannt für Holzspielzeuge, kündigte bereits im Sommer das Ende der Marke Jako-o an und meldete kurz darauf Insolvenz an.

"Die Spielwarenbranche an sich steckt nicht in der Krise", betonte Ulrich Brobeil, Geschäftsführer des DSVI. "Die Branche ist robust und für die nächsten Jahre gut aufgestellt." Es seien einzelne Unternehmensmodelle, die derzeit auf dem Prüfstand stehen.

Brobeil sieht jedoch ein Problem für die gesamte Branche - und letztendlich auch für die Verbraucherinnen und Verbraucher - bei Direktimporten aus dem Ausland über das Internet. Dabei könne es sich um unsichere und mit Chemikalien belastete Spielzeuge oder Plagiate handeln. Die neue EU-Spielzeugverordnung sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, könne das Problem jedoch nicht alleine lösen.