30. November, 2025

Politik

SPD-Vorsitzende Bas von Jusos kritisiert: Appell für mehr Veränderungsbereitschaft

Auf dem kürzlich abgehaltenen Kongress der Jungsozialisten (Jusos) in Mannheim geriet Arbeitsministerin Bärbel Bas ins Zentrum einer lebhaften und hitzigen Debatte. Der Kernpunkt der Auseinandersetzung war ihre geplante Reform des Bürgergelds. Die Nachwuchspolitiker der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands (SPD) äußerten sich empört und beschrieben die Reform als „sozialpolitische Bankrotterklärung“. In ihrer Kritik forderten die Jusos energisch ein Umdenken und leiteten sogar ein Mitgliederbegehren ein, um die geplante Verschärfung der Sanktionen zu verhindern.

Trotz der intensiven Kritik begegnete Ministerin Bas den Vorwürfen mit bemerkenswerter Souveränität. Sie verteidigte ihre Position, indem sie betonte, dass ihr Hauptanliegen darin bestehe, den Menschen den Weg aus der Arbeitslosigkeit zu ebnen, anstatt sie durch Sanktionen zu bestrafen. Bas hob hervor, dass es erhebliche Anstrengungen gekostet habe, gegen die Versuche der Union, Sozialleistungen zu kürzen und Arbeitszwänge unabhängig vom Gesundheitszustand durchzusetzen, anzukämpfen.

Die Diskussion beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Reformpläne. Philipp Türmer, in seinem Amt als Juso-Vorsitzender bestätigt, kritisierte die bestehende Koalition aus SPD und Union scharf. Er bezeichnete das Bündnis als "Innovationsgefängnis", das kreative politische Ansätze unterdrücke. Die innerparteiliche Unzufriedenheit war deutlich spürbar, da weitere Juso-Mitglieder der SPD eine mangelnde strategische Entschlossenheit vorwarfen. Sie klagten, die Partei habe eine lähmende Angst vor der klaren Artikulation eigener Themen und Ziele.

Ministerin Bas räumte offen ein, dass die SPD derzeit nicht die politische Strahlkraft besitze, die erforderlich sei, um Wähler zu begeistern. Sie warnte davor, dass die Partei Gefahr laufe, als „langweilig“ wahrgenommen zu werden, was sich negativ auf die Wählermobilisierung auswirken könnte. Um diesen Trend umzukehren, forderte sie mehr frische Ideen und eine dynamischere politische Ausrichtung.

Trotz der vorherrschenden Kritik erfuhr Bas auch Unterstützung. In der Rentendebatte wurde ihr Durchhaltevermögen gewürdigt, insbesondere im Widerstand gegen die Ansichten der Jungen Union. Ein Delegierter aus Mecklenburg-Vorpommern rügte deren Forderungen als überzogen, und Türmer argumentierte, dass die jungen Vertreter der Union nicht für die gesamten Interessen ihrer Generation stehen würden. Er mahnte an, dass es an der Zeit sei, dass die SPD innerhalb der Regierungsarbeit eine stärkere Führungsrolle übernehme.