Die Innenminister der SPD-regierten Bundesländer fordern eine beschleunigte Umsetzung des Zivilschutzes und wenden sich mit Nachdruck an den Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU), um rasche Maßnahmen zu gewährleisten. Andy Grote, der Vorsitzende der Innenministerkonferenz und Innensenator in Hamburg, hob in Mainz die dringende Notwendigkeit hervor, die zivilen Verteidigungsfähigkeiten konsequent auszubauen. Er betonte, dass die Koordination auf Bundesebene erheblich gestärkt werden müsse, um wirksame Schutzmaßnahmen zu gewährleisten. Grote unterstrich, dass er in Dobrindt nicht nur den Bundesinnenminister sehe, sondern auch die zentrale Figur, die für die zivile Verteidigung verantwortlich sei. Der im Koalitionsvertrag festgelegte Pakt für Bevölkerungsschutz sowie die zugewiesenen zehn Milliarden Euro sollten schnellstmöglich aktiviert werden, um die zivilen Sicherheitsstrukturen zu verbessern.
Der Appell zur zügigen Umsetzung des Gesetzes zum Schutz kritischer Infrastrukturen, das bekannte Kritis-Dachgesetz, wurde zudem von Christian Pegel, dem Sprecher der SPD-Innenministerkonferenz und Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern, unterstützt. Pegel unterstrich vehement die Notwendigkeit, die erforderlichen Rahmenbedingungen zügig zu schaffen, obwohl noch zahlreiche Details durch nachfolgende Rechtsverordnungen geregelt werden müssen. Diese gesetzliche Grundlage ist entscheidend, um die Infrastrukturen, die das tägliche Leben und die Wirtschaft stützen, angemessen schützen zu können.
Während des Treffens in Mainz mit Vertretern von neun Bundesländern widmeten sich die SPD-Innenminister darüber hinaus der Thematik der hybriden Bedrohungen und berieten über den Schutz demokratischer Prozesse angesichts bevorstehender Landtagswahlen. Insbesondere nach einem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin plädierte der rheinland-pfälzische Innenminister Michael Ebling für den Aufbau einer nationalen Blackout-Reserve. Diese Reserve sei notwendig, um großflächige Ausfälle effektiv zu beheben und schnellstmöglich wieder einen Zugang zu essentiellen Diensten wie Strom und Wärme zu schaffen.
Des Weiteren wurde über die Einrichtung einer nationalen Reserve an Bau- und Reparaturmaterialien diskutiert, um bei gestörten Lieferketten zügig reagieren zu können. Es sei von entscheidender Bedeutung, Genehmigungsverfahren für Schwer- und Sondertransporte im Krisenfall zu beschleunigen, um notwendige Ressourcen dorthin zu bringen, wo sie dringend benötigt werden. Ebling betonte abschließend, dass neben diesen technischen Maßnahmen die Gesellschaft ein gemeinsames Verständnis für Resilienz entwickeln und über unterschiedliche Gruppen hinweg Vorsorgestrategien verinnerlichen müsse. Dieses kollektive Bewusstsein sei unerlässlich, um die Herausforderungen der Zukunft erfolgreich zu meistern.