Die gegenwärtige Flaute der deutschen Wirtschaft ist überwiegend ein Resultat politischen Versagens, so das Resümee der Führungskräfte der Sparkassen. Eine von der Dekabank präsentierte Studie offenbart, dass fast 60 Prozent der befragten Sparkassenvorstände hausgemachte Probleme als Kern der gesamtwirtschaftlichen Stagnation, des zu geringen Potenzialwachstums sowie der zurückhaltenden Investitionstätigkeit sehen. Sie fordern von der Politik, Reformen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Deutschland wieder höher auf die Agenda zu setzen und die Verlässlichkeit der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zu erhöhen. Die jüngsten Entwicklungen deuten auf eine deutliche Zunahme der Unsicherheit in diesem Bereich hin.
Unterdessen erachten nur 26 Prozent der Führungspersönlichkeiten zyklische Faktoren und den Zinsanstieg als primäre Ursache für die wirtschaftlichen Missstände. Ihrer Ansicht nach wäre eine Belebung der weltwirtschaftlichen Dynamik zwar hilfreich, doch sie allein könne die deutsche Wirtschaftslage nicht grundlegend verbessern. Dem Einfluss geopolitischer Ereignisse auf die wirtschaftliche Entwicklung messen lediglich 15 Prozent der Manager entscheidende Bedeutung bei.
Trotz der düsteren Sicht auf die Konjunktur zeigt sich der Blick auf die Börsenlandschaft verhalten positiv. Diese Abweichung erklärte Reinhold Rickes, Chefökonom des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, mit der stärkeren Abhängigkeit der Finanzmärkte von internationalen Faktoren, welche derzeit positiver Natur seien.
Zugleich signalisierte der Deka-S-Finanzklimaindex, den das Handelsblatt und die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX regelmäßig herausgeben, eine leichte Erholung im ersten Quartal. Der Index erreichte einen Wert von 97,4 Punkten und nähert sich somit dem neutralen Bereich. Nichtsdestotrotz bleibt das Klima für konjunkturelle Entwicklungen gedämpft, und die Perspektiven scheinen sich sogar verschlechtert zu haben.
Die Prognose für 2024 bleibt gemischt: Während ein konjunktureller Aufschwung in der zweiten Jahreshälfte erwartet wird – begünstigt durch abklingende Inflationsraten und anhaltend hohe Lohnsteigerungen –, steht aktuell die Befürchtung eines weiteren verloren gegangenen Wirtschaftsjahres im Raum.