20. Mai, 2026

Wirtschaft

Spannungen in Thailand: Streit um neuen Vorsitz des Zentralbankrats verzögert Ernennung

Spannungen in Thailand: Streit um neuen Vorsitz des Zentralbankrats verzögert Ernennung

Der Prozess zur Ernennung eines neuen Vorsitzenden der thailändischen Zentralbank hat eine unerwartete Wendung genommen, da wachsender Widerstand gegen den Versuch der Regierung, einen ehemaligen Finanzminister durchzusetzen, zu einer Verschiebung des Entscheidungstermins führte. Ein eigens eingesetztes Gremium, bestehend aus ehemaligen Regulatoren und pensionierten Beamten, hat sein Treffen auf den 11. November verschoben, um die Auswahl in aller Ruhe zu überdenken, wie Vireka Suntapuntu, die stellvertretende Gouverneurin der Bank of Thailand, in einer Erklärung mitteilte. Kritiker des vorgeschlagenen Kandidaten Kittiratt Na-Ranong, der die geldpolitisch strikte Haltung der Zentralbank scharf verurteilt, säumen den Weg der Entscheidung. Die Ernennung des Vorsitzenden hat sich zur neuesten Front im anhaltenden Konflikt zwischen der Regierung unter Premierministerin Paetongtarn Shinawatra und der Bank of Thailand entwickelt. Obwohl der Vorsitzende selbst keine monetären Entscheidungen trifft, hat die Position erheblichen Einfluss auf personelle Entscheidungen im Monetärpolitischen Komitee sowie auf die Bewertung der Leistung des Gouverneurs und die Verwaltung der Devisenreserven. Der scheidende Gouverneur Sethaput Suthiwartnaruep, der sich für die Unabhängigkeit der Zentralbank stark gemacht hat, wird im kommenden Jahr aus dem Amt scheiden. Inzwischen plant eine Gruppe von Unterstützern der Zentralbank, am Montag vor dem Hauptsitz in Bangkok zu demonstrieren, um eine Petition gegen vermeintliche Einflussnahme durch die Regierung zu übergeben. In der vergangenen Woche hatten ehemalige Zentralbankchefs und Ökonomen das Auswahlgremium aufgefordert, keine politisch motivierten Kandidaten zu ernennen, da dies die wirtschaftliche Stabilität des Landes gefährden könnte. Kittiratt Na-Ranong, der Favorit der Regierung, hat zuvor die Zentralbank massiv kritisiert, als diese in seiner Zeit als Finanzminister im Jahr 2013 die Zinsen nicht senkte. Er hatte damals Druck auf den damaligen Zentralbankchef Prasarn Trairatvorakul ausgeübt, was die Sorge vor einer erneuten politischen Einflussnahme weiter befeuert.