21. Oktober, 2026

Unternehmen

SpaceX und Tesla vor der Fusion? Musk gewinnt Macht, Anleger tragen das Risiko

Beide Konzerne haben Sonderausschüsse eingerichtet. Zusammen wären sie knapp 3,5 Billionen Dollar wert. Für Aktionäre ist die Rechnung weniger eindeutig als für Musk.

SpaceX und Tesla vor der Fusion? Musk gewinnt Macht, Anleger tragen das Risiko
SpaceX investiert bis zu 40 Milliarden Dollar im Quartal, Tesla soll bei der Finanzierung helfen.

Sonderausschüsse prüfen den Zusammenschluss

Elon Musks wichtigste Unternehmen könnten sich zusammenschließen. Das gab Musk am Dienstag bei der Vorlage der SpaceX-Quartalszahlen bekannt: Beide Firmen haben unabhängige Sonderausschüsse eingerichtet, die die Rahmenbedingungen für eine mögliche Fusion klären sollen. Musk unterstütze das Vorhaben, sei aber wegen seiner Beteiligungen nicht an den Verhandlungen beteiligt. Konkrete Konditionen sind nicht bekannt, die Gespräche stehen laut Musk ganz am Anfang.

Gemeinsam wären SpaceX (rund 1,9 Billionen Dollar) und Tesla (knapp 1,5 Billionen) etwa 3,5 Billionen Dollar wert. Es wäre die größte Fusion der Geschichte. Wertvoller sind derzeit nur Nvidia, Apple, Alphabet und Microsoft. Die Börse reagierte begeistert: Nachbörslich stiegen SpaceX-Aktien um neun Prozent, Tesla-Papiere um rund zwei Prozent.

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Musks Machtgewinn

Wie viel Macht Musk dabei gewinnen würde, haben die Analysten von Barclays durchgerechnet. Sie halten es für wahrscheinlich, dass SpaceX Tesla übernimmt und die Tesla-Aktionäre dafür SpaceX-Aktien bekommen. Unter den angenommenen Bedingungen käme Musk danach auf rund 37 Prozent des Kapitals, könnte aber 56 Prozent der Stimmrechte kontrollieren.

Der Grund ist die Aktienstruktur von SpaceX. Musk hält dort rund 48 Prozent des Kapitals, kontrolliert durch Aktien mit zehnfachem Stimmrecht aber etwa 82 Prozent der Stimmen. Bei Tesla hält er rund 20 Prozent. Er hat mehrfach versucht, seinen Stimmrechtsanteil dort auf 25 Prozent zu erhöhen, und ist gescheitert. Mit der Fusion könnte er das auf anderem Weg erreichen. Die genaue Stimmrechtsstruktur wird noch verhandelt.

Ob Tesla-Aktionäre einen noch mächtigeren Chef wollen, ist fraglich. Sie erhielten Anteile an einem größeren Konzern, müssten aber hinnehmen, dass Musk die strategischen Entscheidungen weitgehend allein bestimmen könnte.

SpaceX braucht viel Geld

Auch finanziell ist die Rechnung gemischt. SpaceX ist längst mehr als ein Raumfahrtunternehmen. Im dritten Quartal stieg der Umsatz um 161 Prozent auf rund 14,6 Milliarden Dollar, etwa die Hälfte davon entfiel auf die KI-Sparte. Die verschlingt große Summen: Allein im dritten Quartal investierte SpaceX rund 19,6 Milliarden Dollar. Im laufenden Quartal sollen die Investitionen auf bis zu 40 Milliarden Dollar steigen, der Großteil in die KI-Infrastruktur.

Laut Barclays-Schätzung dürfte SpaceX selbst 2030 noch einen negativen freien Cashflow von 17 Milliarden Dollar haben. Tesla könnte im selben Jahr zwölf Milliarden Dollar Gewinn erwirtschaften und so den Kapitalbedarf von SpaceX mitdecken. Allerdings ist auch Tesla nicht üppig ausgestattet: Mehr als 25 Milliarden Dollar sollen in diesem Jahr unter anderem in Robotaxis und humanoide Roboter fließen. Die neuen Quartalszahlen legt Tesla am Mittwochabend nach US-Börsenschluss vor.

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Synergien nicht belegt

Die Idee hat Logik. Die Unternehmen arbeiten etwa beim Halbleiterprojekt Terafab zusammen. Doch Kooperationen funktionieren auch ohne Fusion. Eine belastbare Rechnung zu Einsparungen oder Gewinnen gibt es bisher nicht.

Dazu kommen regulatorische Hürden. SpaceX ist ein wichtiger Auftragnehmer der US-Regierung, Tesla produziert in China. Das kann in den USA Fragen der nationalen Sicherheit aufwerfen. Außerdem müssten mindestens die Hälfte aller Tesla-Aktionärsstimmen zustimmen, was zur Hürde werden könnte.

Der Preis für die Aktionäre

Entscheidend wird das Umtauschverhältnis sein. Wird SpaceX sehr hoch bewertet, begrenzt das die Kurschancen der Tesla-Aktionäre. Auch SpaceX-Aktionäre dürften nicht restlos zufrieden sein, denn sie würden sich mit Tesla an einem Unternehmen beteiligen, dessen Wachstumsaussichten deutlich hinter dem Raumfahrtkonzern zurückbleiben.

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Einordnung für Anleger

Die WirtschaftsWoche bringt es auf den Punkt: Größer heißt nicht automatisch profitabler. Für Musk ist die Fusion ein klarer Gewinn an Kontrolle. Für Aktionäre hängt alles an den Konditionen, und die sind offen.

Zwei Dinge sollten Sie beachten. Erstens ist die Kursreaktion von neun Prozent bei SpaceX eine Wette auf den Deal, nicht auf Ergebnisse. Fallen die Bedingungen schlechter aus als erhofft, kann sie sich schnell umkehren. Zweitens würde die Fusion die Abhängigkeit von einer Person erhöhen: Wer das Papier hält, wettet noch stärker auf Musk. Beobachten Sie die Tesla-Zahlen heute Abend, das Umtauschverhältnis, die Stimmrechtsregelung und die Haltung der Aufsichtsbehörden. Dies ist keine Anlageberatung.