Die wirtschaftsstärksten Bundesländer bündeln ihre Macht gegen den Norden und Osten
In einer strategisch brisanten Pressekonferenz in Berlin haben die CDU- und CSU-Spitzen aus Bayern, Baden-Württemberg und Hessen eine neue Machtachse proklamiert. Unter dem Namen „Drei Löwen Allianz“ formieren sich die südlichen Wirtschaftsmotoren neu, um den politischen Druck auf den Bund massiv zu erhöhen.
Ziel ist eine aggressive Interessenvertretung im Bundesrat sowie eine koordinierte Technologie- und Wirtschaftsoffensive. Die Gründung markiert das Ende der politischen Zurückhaltung des Südens gegenüber den nord- und ostdeutschen Länderbündnissen. Geplant sind künftig regelmäßige, gemeinsame Kabinettssitzungen der drei Länder.
„Es ist eine Koalition der Vernunft und die Revitalisierung der deutschen Süd-Schiene“, erklärte Manuel Hagel, CDU-Landeschef von Baden-Württemberg.

Das System des Länderfinanzausgleichs wird als systemischer Fehler gebrandmarkt
Im Zentrum der Kritik steht der explodierende Länderfinanzausgleich, der im Jahr 2025 ein Rekordvolumen von rund 20 Milliarden Euro erreicht hat. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) nutzte die Bühne für eine Generalabrechnung mit den Nehmerländern, insbesondere Berlin, das allein 4,2 Milliarden Euro aus dem Topf erhält.
Die Faktenlage ist eindeutig und verdeutlicht das Ungleichgewicht: Lediglich vier Geberländer – Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Hamburg – finanzieren zwölf Nehmerländer. Bayern allein steuert fast 60 Prozent der Gesamtsumme bei. Söder bezeichnete die südlichen Länder als „Zugpferde“ und „Lastesel“, deren Leistungskraft überstrapaziert werde.
„Der Länderfinanzausgleich ist das Bürgergeld unter den Finanzsystemen“, so die scharfe Kritik von Markus Söder.
Auch Bayerns Finanzminister Albert Füracker (CSU) warnte vor einer Fortsetzung des Status quo. Die Zahlungslast für den Freistaat stieg im Vergleich zum Vorjahr um weitere 6,5 Prozent an.
„Das hat mittlerweile ein absurdes Ausmaß angenommen. So kann es nicht weitergehen“, warnte Albert Füracker.
Die Verzögerungstaktik der Berliner Koalition gefährdet den deutschen Mittelstand massiv
Neben der Finanzpolitik attackierte die Allianz auch den Reformstau der schwarz-roten Bundeskoalition unter Kanzler Friedrich Merz (CDU). Nach dem jüngsten Koalitionsausschuss wirft Söder der Berliner Regierung vor, notwendige Strukturreformen aus taktischen Gründen zu verschleppen.
Der Vorwurf wiegt schwer: Wichtige Entscheidungen würden mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen im März und September immer weiter nach hinten geschoben. Diese Hinhaltetaktik sei Gift für die deutsche Konjunktur.
„Der deutsche Mittelstand hat keine Zeit mehr, nach alten Mustern zu verfahren. Wir brauchen mehr Tempo“, mahnte Söder abschließend.


