Sigmar Gabriel, ehemaliger Bundesvorsitzender der SPD und erfahrener Politiker, steht vor einem neuen Kapitel seiner Karriere. Der 65-Jährige soll demnächst als Aufsichtsratsmitglied bei Rheinmetall, Deutschlands führendem Rüstungskonzern, Einzug halten. Diese Entscheidung wurde jüngst vom Aufsichtsrat des Unternehmens getroffen und bedarf nun der Bestätigung durch die Hauptversammlung im Mai, wobei bereits eine breite Zustimmung erwartet wird. Begleitet wird Gabriel von Sabina Jeschke, der früheren Technik-Vorständin der Deutschen Bahn, die ebenfalls als neues Mitglied des Aufsichtsrats nominiert wurde. Gabriel selbst sieht seine Rolle nicht nur als berufliche Chance, sondern auch als strategischen Beitrag zur Diskussion um die Bedeutung einer robusten Verteidigungsindustrie in Deutschland und Europa. Er betont, dass militärische Stärke, obwohl nicht ausschließlich, doch eine grundlegende Voraussetzung für ein dauerhaft friedliches Europa sei. Es sei essenziell, die Bundeswehr und die europäische Säule der Nato wieder verteidigungsfähig und abschreckungsstark zu machen, wofür starke nationale und europäische Akteure wie Rheinmetall notwendig seien. Mit dieser neuen Position kehrt Gabriel zu einem bekannten Umfeld in Niedersachsen zurück, wo Rheinmetall mit seinem Standort in Unterlüß tief verwurzelt ist. Trotz seines Ausscheidens aus dem Bundestag 2019 hat Gabriel weiterhin seine Erfahrung in verschiedenen Aufsichtsräten eingebracht, unter anderem bei der Deutschen Bank und Siemens Energy. Seine Rolle im Aufsichtsrat der Thyssenkrupp-Stahltochter endete im Sommer nach internen Differenzen. Rheinmetall selbst erlebt derzeit einen beispiellosen Wachstumsschub. Mit rund 30.000 Mitarbeitern hat das Unternehmen seine Zentrale in Düsseldorf und profitiert seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs von einer enormen Nachfrage. Produkte wie Panzer, Militär-Lastwagen und Drohnen kurbeln das Geschäft an, und der Aktienkurs des Konzerns hat sich in dieser Zeit nahezu versechsfacht.
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Sigmar Gabriel: Neuer Kurs im Aufsichtsrat von Rheinmetall