15. März, 2026

Wirtschaft

Siemens Energy auf Erholungskurs: Hoffnungsvolle Prognose und Wechsel an der Spitze

Siemens Energy auf Erholungskurs: Hoffnungsvolle Prognose und Wechsel an der Spitze

Im Bemühen, seine krisengeplagte Windkraftsparte wieder auf Kurs zu bringen, hat Siemens Energy nun eine verbesserte Umsatzprognose präsentiert und die Ernennung eines neuen Geschäftsführers für die Tochterfirma Siemens Gamesa verkündet. In einer Mitteilung vom Mittwoch teilte das Unternehmen mit, dass Vinod Philip ab August die Führung des Windturbinenherstellers übernehmen und einen Arbeitsplatzabbau durchführen wird, um die Kosten in den Griff zu bekommen.

Der operative Gewinn der Gruppe konnte im zweiten Quartal im Jahresvergleich vervierfacht werden und erreichte 170 Millionen Euro. Aufgrund dieser Entwicklung hob Siemens Energy seine Umsatzwachstumsprognose für das gesamte Jahr von 3-7 Prozent auf 10-12 Prozent an.

Nach erheblichen technischen Mängeln, die im letzten Jahr identifiziert wurden, und darauffolgenden Verlusten von 4,6 Milliarden Euro in 2023, sowie einer daraus resultierenden Finanzierungskrise, die in einem 15 Milliarden Euro schweren staatlichen Rettungspaket mündete, plant Siemens Energy, den Verkauf seiner beiden problematischen Turbinenmodelle 4.x und 5.x in den kommenden Monaten wieder aufzunehmen.

Christian Bruch, der Vorstandsvorsitzende von Siemens Energy, betonte, dass die Neuausrichtung des Windgeschäfts weiterhin im Fokus stehe. Man wolle die Komplexität verringern und ein gezielteres Geschäft aufbauen. Der Aktienkurs von Siemens Energy, das 2020 von der Muttergesellschaft Siemens abgespalten wurde, stieg bis zum frühen Nachmittag um 13 Prozent an und machte damit fast die Verluste des vergangenen Jahres wett.

Angetrieben wurden die robusten Quartalsergebnisse hauptsächlich durch die Geschäftsbereiche "Grid Technologies" und "Transformation of Industry". Siemens Energy sieht jedoch für die zweite Hälfte des Geschäftsjahres in Gamesa einen wesentlichen Umsatztreiber. Zukünftig soll eine schlankere Herangehensweise in der Sparte etabliert werden. Früheren Aussagen zufolge strebt das Unternehmen Kosteneinsparungen von 400 Millionen Euro in diesem Bereich an. Die Umstrukturierung, die nun am Mittwoch bekannt gegeben wurde, sei ein erster "konkreter Schritt" in diese Richtung.

Bruch erläuterte, dass das Unternehmen nicht jeden Markt verteidigen werde und kündigte an, dass sich das Turbinengeschäft zukünftig auf Europa und die USA konzentrieren werde. Darüber hinaus sei eine Produktionssteigerung an Schlüsselstandorten in Dänemark, Frankreich und Deutschland geplant.

Der bald scheidende Gamesa-Chef Jochen Eickholt, der die Position erst im März 2022 übernahm, wurde von Bruch gelobt. Eickholt wäre nicht für die Probleme verantwortlich gewesen und man benötige nun einen "Generationswechsel". Die Herausforderungen für Siemens Gamesa spiegeln sich auch in einem branchenweiten Druck wider, der aufgrund steigender Zinsen und angespannter Lieferketten zu höheren Kosten führt.

Ungeachtet dessen bleibt die Nachfrage hoch. Laut eines aktuellen Berichts des Branchenverbandes Global Wind Energy Council wurde im letzten Jahr eine Rekordkapazität von 117 Gigawatt neu installiert.