30. Januar, 2026

Wirtschaft

Shein im Fokus: Prüfung der Nachhaltigkeitsversprechen steht aus

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat durch gezielte Maßnahmen den chinesischen Online-Riesen Shein wegen vermeintlich irreführender Klimaschutzversprechen ins Visier genommen. Im Zuge dessen wurde Shein abgemahnt, woraufhin das Unternehmen eine Unterlassungserklärung unterzeichnete. Mit dieser erklärt sich Shein bereit, künftig spezifische und nachvollziehbare Maßnahmen zur Erreichung seiner Klimaneutralitätsziele bis zum Jahr 2050 zu präsentieren. Der Kern der aktuellen Kritik liegt in den unzureichenden Erläuterungen von Shein zur Reduzierung seiner kontinuierlich steigenden Emissionen, deren Anstieg alleine für das Jahr 2024 um 23 Prozent im Vergleich zum Vorjahr prognostiziert ist. In einer ersten Reaktion hat Shein sein Nachhaltigkeitsprofil auf der Unternehmenswebsite überarbeitet. Ein Unternehmenssprecher hob die aktive Zusammenarbeit mit der DUH hervor, wobei das Unternehmen eigenen Angaben zufolge nun eine klarere Darstellung seiner Ziele und Methodik anstrebt. Diese Schritte sollen die Transparenz über die Dekarbonisierungsbemühungen von Shein signifikant verbessern.

Trotz anhaltender Kritik bezüglich Produktqualität und fairen Wettbewerbsbedingungen erlebt Shein in Deutschland einen regelrechten Boom. Täglich werden etwa 400.000 Pakete von Shein und dem konkurrierenden Anbieter Temu in das Land geliefert. Diese Händler geraten häufig ins Visier von Kritikern, unter denen auch europäische Behörden zu finden sind. Die EU-Kommission hat mehrfach Verstöße gegen geltende EU-Vorgaben beanstandet und fordert umfassende Aufklärung über die Verkaufspraktiken illegaler Produkte, einschließlich solcher wie Sexpuppen und Waffen. In dieser Hinsicht hat Shein versprochen, umgehend auf problematische Produkte zu reagieren und notwendige Maßnahmen einzuleiten.

Als eine bedeutende Plattform im Bereich des E-Commerce unterliegt Shein einer Vielzahl strenger digitaler Vorschriften der Europäischen Union. Die EU setzt verstärkt Bestrebungen um, den europäischen Binnenmarkt vor Billigimporten zu schützen. Aus diesem Grund wird ab Juli eine Importabgabe von drei Euro auf Warensendungen bis zu einem Wert von 150 Euro erhoben. Diese Maßnahme zielt insbesondere darauf ab, Unternehmen wie Shein zu beeinflussen und durch eine solche Regulierung langfristig einen faireren Handel zu fördern.