In einer aktuellen Stellungnahme über soziale Medien hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj klargestellt, dass die Mitgliedschaft in der Europäischen Union für Kiew weit mehr als ein wirtschaftliches Ziel ist – sie sei eine existenzielle Sicherheitsgarantie. Selenskyj fordert, dass ein potenzielles Friedensabkommen zur Beendigung des Krieges ein „genaues Datum“ für den EU-Beitritt enthalten muss. Er peilt dabei das Jahr 2027 als Zielmarke für die Beitrittsreife an.
Diese Forderung ist eine direkte Reaktion auf die Sorge vor künftiger politischer Einflussnahme durch den Kreml. Ohne einen fixierten Termin, so Selenskyj, werde Russland alles in seiner Macht Stehende tun, um den Prozess zu blockieren. Dabei warnte er explizit davor, dass Moskau nicht nur direkt, sondern auch über loyale „europäische Vertreter“ innerhalb der Union versuchen werde, das Verfahren zu verschleppen.

Strategische Relevanz: 2027 als ehrgeiziges Ziel
Die Ukraine arbeitet bereits unter Hochdruck an den notwendigen Reformen in den Bereichen Korruptionsbekämpfung und Justiz, um die Kopenhagener Kriterien zu erfüllen. Selenskyj zeigte sich zuversichtlich, dass die wichtigsten Schritte bis 2027 erreicht werden können. Die Verankerung eines konkreten Datums in einem internationalen Abkommen, das auch von den USA, Russland und Europa unterzeichnet werden soll, sieht er als einzig wirksamen Schutz gegen eine diplomatische Hinhaltetaktik.
In Brüssel und den europäischen Hauptstädten wird diese Forderung jedoch mit Vorsicht aufgenommen. Während die Solidarität mit Kiew ungebrochen ist, betonen viele EU-Staaten, dass der Beitritt ein leistungsorientierter Prozess ist, der nicht allein durch ein politisches Datum in einem Friedensvertrag entschieden werden kann. Selenskyjs Vorstoß verdeutlicht jedoch die wachsende Ungeduld und das Misstrauen gegenüber langfristigen Versprechen ohne verbindlichen Fahrplan.
