In der Zeit der intensivierten Gefahr durch Luftangriffe macht der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj Flugabwehrsysteme zur obersten Priorität. Anlässlich des Gipfels der Drei-Meere-Initiative in der litauischen Hauptstadt Vilnius verstärkte er den Ruf nach westlicher Waffenhilfe. Sein Appell folgt auf die bedrohlichen Situationen in Regionen wie Charkiw, Odessa, Zaporischschja und der Hauptstadt Kiew, die nachts von russischen Raketen heimgesucht werden. Seit Beginn der russischen Invasion stellt der Schutz der ukrainischen Himmel für die Militärstrategie des Landes eine enorme Herausforderung dar.
Litauens Präsident Gitanas Nauseda sicherte während des Zusammentreffens Hilfe zu und kündigte an, dass sein Land alles in seiner Macht Stehende tun wird, um die notwendigen Ressourcen zu liefern. Als Symbol der solidarischen Haltung hat Litauen bereits Drohnenabwehrtechnik, Generatoren und Feldbetten zur Armeeentlastung beigetragen.
Die Gespräche in Vilnius, die unter dem Dach der regionalen Kooperationsinitiative stattfinden, sollen insbesondere der Vertiefung der militärischen Zusammenarbeit dienen. Die Unterzeichnung eines bilateralen Sicherheitsabkommens mit Lettlands Außenminister Edgars Rinkevics hebt dabei die Umsetzung konkreter Unterstützungsmaßnahmen hervor. Ein Anteil von 0,25 Prozent der lettischen Wirtschaftsleistung wird demnach für die militärische Unterstützung der Ukraine vorgesehen sein, wobei das Engagement auch Sektoren wie Cybersicherheit, Entminung und Drohnentechnologie für die nächsten zehn Jahre einschließt.
Über diese bilateralen Bemühungen hinaus appellierte Selenskyj an die westliche Allianz, Versprechungen in die Tat umzusetzen und den Druck der Ankündigungen in Resultate umzuwandeln, die der Ukraine in ihrem Abwehrkampf zugutekommen.