08. März, 2026

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Schwache Konjunkturdaten drücken deutsche Staatsanleihen

Schwache Konjunkturdaten drücken deutsche Staatsanleihen

Die Kurse deutscher Staatsanleihen sind am Dienstag gefallen, da unerwartet schwache Konjunkturdaten keinen Auftrieb gaben. Der richtungweisende Terminkontrakt Euro-Bund-Future sank bis zum Mittag um 0,32 Prozent auf 135,41 Punkte. Dies führte dazu, dass die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen auf 2,18 Prozent stieg. Auch in anderen Ländern der Eurozone legten die Renditen zu.

Ein Grund für den Rückgang der Staatsanleihen war die schwache Entwicklung der deutschen Industrie im November, die bereits den sechsten Monat in Folge schwach abschnitt. Die Gesamtproduktion sank um 0,7 Prozent, während Volkswirte einen Anstieg um 0,3 Prozent erwartet hatten.

"Die Einzelhandelsumsätze im November verzeichneten ebenfalls ein empfindliches Minus", erklärte der Chefvolkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank. "Wenn sowohl die Industrie als auch der Konsument nichts zum Wachstum beitragen, wird es für die Volkswirtschaft eng." Diese Kombination aus hoher Inflation, hohen Zinsen und einer schwachen Weltwirtschaft könne letztendlich nur zu einer Rezession führen.

Marktbeobachter der Commerzbank wiesen zudem auf einen Anstieg der US-Renditen im späten Montagshandel hin, der auch die Renditen der deutschen Bundesanleihen nach oben zog. Hierdurch gerieten die Kurse unter Druck.

Trotzdem besteht derzeit eine hohe Nachfrage bei Anleiheauktionen in Europa. Belgien verzeichnete eine Rekordnachfrage nach zehnjährigen Anleihen und auch britische Staatsanleihen erhielten eine Rekordnachfrage für zwanzigjährige Anleihen. Diese hohe Nachfrage dürfte aufgrund der erwarteten Zinswende resultieren.