Der österreichische Stromriese Verbund AG macht ernst und sichert sich im großen Stil Hardware für die Energiewende. In einem strategisch signifikanten Schritt hat die Tochtergesellschaft Verbund Green Power einen umfassenden Rahmenvertrag mit dem Turbinenhersteller Nordex geschlossen. Dieser Deal ist nicht nur eine einfache Bestellung, sondern eine langfristige Kapazitätssicherung in einem von Lieferengpässen bedrohten Markt.

Die Vereinbarung läuft bis zum Jahr 2030 und umfasst die Lieferung von bis zu 105 Onshore-Windturbinen. Diese Anlagen sind für Projekte in den sechs europäischen Kernmärkten vorgesehen: Österreich, Deutschland, Spanien, Italien, Rumänien und Albanien. Für Nordex bedeutet dies Planungssicherheit über das laufende Jahrzehnt hinaus.
Die Expansion der Erneuerbaren Energien erfordert massive Hardware-Investitionen.
Das Auftragsvolumen ist substanziell: Die vereinbarten 105 Turbinen decken rund die Hälfte der aktuellen Windpark-Pipeline des Verbund-Konzerns ab. Dies unterstreicht die Dringlichkeit, mit der Versorger derzeit versuchen, sich physische Assets in der Lieferkette zu sichern, bevor der globale Wettbewerb um Komponenten weiter anzieht.
Strategisch zielt Verbund darauf ab, bis 2030 rund ein Viertel seiner gesamten Stromerzeugung durch Photovoltaik und Onshore-Windkraft abzudecken. Die Kooperation mit Nordex ist somit ein fundamentaler Baustein, um diese ambitionierten Erzeugungsziele operativ umzusetzen und die Abhängigkeit von volatilen Spotmärkten durch eigene Assets zu reduzieren.
Die Finanzmärkte reagieren sofort positiv auf die langfristige Umsatzsicherung.
Investoren honorierten die Meldung umgehend. Die Nordex-Aktie zog im XETRA-Handel spürbar an und notierte zeitweise 1,37 Prozent höher bei 32,58 Euro. Der Markt bewertet die Füllung der Auftragsbücher und die Partnerschaft mit einem bonitätsstarken Player wie Verbund als klares Kaufsignal für den Turbinenbauer.
Im Gegensatz dazu gaben die Papiere der Verbund AG im Wiener Handel leicht nach und verloren 1,18 Prozent auf 62,70 Euro. Diese gegenläufige Bewegung ist typisch bei Großinvestitionen, da der Kapitalabfluss (CAPEX) kurzfristig die Bilanz belastet, während der Lieferant (Nordex) unmittelbare Umsatzphantasien verbucht.


