24. Januar, 2026

Wirtschaft

Schock-Prognose 2026: Warum Ihr Depot jetzt in Gefahr ist

Zwischen KI-Boom und Zins-Angst: Columbia Threadneedle CEO Ted Truscott enthüllt, welche geopolitischen Risiken und versteckten Inflationsherde Anleger im neuen Jahr ignorieren.

Schock-Prognose 2026: Warum Ihr Depot jetzt in Gefahr ist
Marktprognose 2026: Trotz Zinssenkungen drohen Inflationsrisiken durch Zölle. Europa unter Druck, Emerging Markets im Aufwind.

Das Jahr 2025 endete für die Weltwirtschaft mit einer überraschenden Widerstandsfähigkeit. Doch der Start in das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt, den Ted Truscott, CEO von Columbia Threadneedle Investments, als einen 'Aufschwung unter Spannung' definiert. Während KI-Innovationen und die Hoffnung auf Zinssenkungen die Märkte treiben, braut sich unter der Oberfläche eine Mischung aus makroökonomischen und geopolitischen Risiken zusammen.

Truscott warnt vor verfrühter Euphorie. Zwar bleibt der Grundton vorsichtig optimistisch, doch die Stabilität der Märkte hängt an seidenen Fäden. Investoren müssen jetzt präzise differenzieren zwischen strukturellen Gewinnern und Regionen, die unter regulatorischer Last zusammenbrechen könnten.

US-Unternehmensgewinne bleiben trotz Zoll-Chaos der entscheidende Motor für die Aktienperformance

Die Vereinigten Staaten behaupten ihre dominante Stellung. Der primäre Treiber für 2026 sind die Unternehmensgewinne (Earnings), die sich als bemerkenswert robust erweisen. US-Konzerne zeigen eine hohe Agilität bei der Anpassung an neue Zölle, um ihre Rentabilität zu schützen. Diese Flexibilität ist der Schlüsselfaktor, der die Bewertungen am US-Aktienmarkt stützt.

Ein weiterer Katalysator sind die sinkenden kurzfristigen Zinsen, die das Sentiment der Anleger positiv beeinflussen. Dennoch ist die Inflationsfrage nicht abschließend geklärt. Zwar hat sich die Gesamtinflation bei knapp 3 Prozent stabilisiert, doch lokale Preisanstiege – speziell im Konsumgütersektor – deuten auf einen persistierenden Preisdruck hin, der die Margen belasten könnte.

Zölle und lokaler Preisdruck bedrohen die geplante Zinswende der Federal Reserve massiv

Ein oft unterschätztes Risiko im Szenario für 2026 sind Zölle. Diese dürfen laut Truscott keinesfalls als einmalige Anpassungen abgetan werden. Sie greifen tief in die globalen Lieferketten ein, erhöhen die strukturellen Kosten und stellen die langfristige Preisstabilität infrage. Hier liegt das größte Risiko für die Geldpolitik.

Sollte sich die Inflation durch diese Faktoren wieder beschleunigen, könnte die US-Notenbank (Fed) gezwungen sein, den Zyklus der Zinssenkungen abrupt auszusetzen. Eine daraus resultierende Versteilung der Zinsstrukturkurve würde die Bewertungen sowohl an den Aktien- als auch an den Rentenmärkten fundamental neu ordnen und Volatilität auslösen.

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Japans kultureller Wandel vom Sparen zum Investieren entfesselt historisches Potenzial

Abseits der USA identifiziert Columbia Threadneedle Japan als einen der spannendsten Märkte für 2026. Das Land durchläuft einen strukturellen Wandel von einer Spar-Kultur hin zu einer Investitions-Kultur. Getrieben wird dies durch investorenfreundliche Reformen der Unternehmensführung (Corporate Governance) und demografische Trends.

Zum ersten Mal seit Jahrzehnten herrscht echter Optimismus bezüglich japanischer Aktien. Die Kombination aus Inflation, die Bargeldhaltung unattraktiv macht, und politischen Anreizen schafft ein Umfeld, in dem sowohl lokale Unternehmen als auch globale Investoren mit höheren Renditen rechnen können.

Europas Industrie steht unter massivem regulatorischen Druck und chinesischer Konkurrenz

Der Ausblick für Europa ist ambivalent. Zwar haben sinkende Zinsen und eine gelockerte Schuldenbremse in Deutschland die Rahmenbedingungen verbessert, doch die strukturellen Probleme wiegen schwer. Die europäische Dominanz im verarbeitenden Gewerbe bröckelt unter der Last regulatorischer Vorgaben und aggressiver Konkurrenz aus China, insbesondere bei hochwertigen, kostengünstigen Elektrofahrzeugen.

Großbritannien zeigt zwar Anzeichen einer Wachstumserholung, kämpft jedoch mit einer Inflation von 4 Prozent und einer Fiskalpolitik, die zu Steuererhöhungen neigt. Der britische Markt zeigt eine Konzentration, die an die USA erinnert: Acht Aktien waren für mehr als die Hälfte der Rendite des FTSE 200 verantwortlich. Chancen liegen hier in der Breite des Marktes bei Unternehmen mit attraktiven Bewertungen, doch Strukturreformen bleiben überfällig.

Ein schwächerer US-Dollar eröffnet neue Renditefenster in den Schwellenländern

Ein Lichtblick für diversifizierte Portfolios sind die Emerging Markets (EM). Die Anlageklasse profitiert historisch von einem schwächeren US-Dollar und einem stabilen globalen Wachstum. Columbia Threadneedle bewertet EM-Aktien im aktuellen Umfeld deutlich positiver als in der Vergangenheit.

Die Kombination aus günstigen Bewertungen und makroökonomischem Rückenwind macht Schwellenländer zu einer taktischen Beimischung, um das Risiko einer Stagnation in den etablierten europäischen Märkten abzufedern.

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